|
|

|
|
|
Schulprogramm der Ganztagshauptschule Aldenhoven
Inhaltsverzeichnis
1 Die Situation der GTHS Aldenhoven 2 Motto und Ziele der GTHS Aldenhoven 3 Wie wir diese Ziele erreichen 4 Profil der GTHS Aldenhoven 5 Die „Säulen“ des Schulprogramms der GTHS Aldenhoven
_____________________________________________________________________________________________________
1 Die Situation der GTHS Aldenhoven
Als unsere Hauptschule 1968 feierlich eröffnet wurde, war das für die Bergbaugemeinde Aldenhoven ein wichtiges und bemerkenswertes Ereignis. Fast 500 Schüler und Schülerinnen besuchten von nun an diese neue Schulform und wurden von 35 Lehrerinnen und Lehrern in modern eingerichteten Fach- und Klassenräumen unterrichtet. Man ging damals davon aus, dass die Hauptschule auch "Haupt"-Schule in Aldenhoven bleiben würde.
Die Zeiten haben sich gewaltig geändert. Viele Eltern schickten und schicken ihre Kinder auf die Gesamtschule, die Realschule und das Gymnasium, obwohl gerade die Hauptschule Aldenhoven immer bemüht war, neben Erziehung und Wissensvermittlung Neuerungen gegenüber aufgeschlossen und pädagogisch innovativ zu sein.
Heute verfügt die Schule über 22 Lehrerinnen und Lehrer (inkl. MSU-Lehrkräfte und Förderlehrerinnen), die derzeit 287 Schülerinnen und Schüler unterrichten. Das Einzugsgebiet unserer Schule ist die Großgemeinde Aldenhoven. Wir haben einen relativ hohen Anteil an türkischen Schülerinnen und Schülern, die aber zum großen Teil in Deutschland geboren sind. Aldenhoven galt und gilt als anerkannter sozialer Brennpunkt. Deshalb wurde vor 5 Jahren von der Gemeinde ein Schulsozialarbeiter eingestellt (vgl. Kap.5/Säule 10). Schon seit 1995 verstärken zudem Lehrer für Sonderpädagogik das Kollegium im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts, um Schüler und Schülerinnen mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf mit den beiden Förderschwerpunkten Emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprachliche Qualifikation in das Regelschulsystem zu integrieren und auf einen erfolgreichen Schulabschluss hinzuwirken. Eine ausführliche Konzeption des hier praktizierten Gemeinsamen Unterrichts ist in Kapitel 5 – Säule 11 - zu finden.
Schon sehr früh fand im Rahmen der Berufsorientierung eine enge Kooperation mit der Zeche (in Aldenhoven-Siersdorf) statt, die als Hauptarbeitgeber der Gemeinde bis zur Schließung 1992 gerade für unser Schülerklientel sehr viele Ausbildungsplätze zur Verfügung stellte.
Bald darauf begannen wir auch eine enge Kooperation mit der Berufsschule in Jülich. Standortbezogene schulformübergreifende Curricula wurden gemeinsam entwickelt. Referendare des Berufskollegs führten Stütz- und Ergänzungskurse im Rahmen der offenen Ganztagsbetreuung (u. a. 13-Plus) an unserer Schule in den 9. und 10. Klassen durch.
Im August 2005 erhielt die GTHS Aldenhoven den Status „Sinus ((Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts) - Transfer-Schule“ des Landes NRW. In diesem Zusammenhang entstand eine Kooperation mit dem FZ-Jülich. Unsere Schule war als eine Art „Erprobungsschule“ am Auf- und Ausbau des Schülerlabors JULAB beteiligt. Seitdem besteht ein Kooperationsvertrag mit dem JULAB mit dem Ziel, u. a. die naturwissenschaftliche Grundbildung bei Eignung ab Klasse 6 zu stärken sowie naturwissenschaftlich interessierten Schüler(inne)n durch ergänzenden, ganztägigen Unterricht mit den Ausbildungsberufen im FZ-Jülich vertraut zu machen, sie über entsprechende Praktikumstellen zu informieren. Dort werden sie dann ein sach- und fachgebundenes Praktikum in Stufe 9 durchführen und bei entsprechender Eignung auch Ausbildungsstellen bekommen.
Zu Beginn des Schuljahres 2006/2007 wurde darüber hinaus ein Kooperationsvertrag mit der Bundesagentur für Arbeit geschlossen. Durch die intensive Berufsberatung von Schülern und Schülerinnen im 10.Schulbesuchsjahr mit Eignungsfeststellung wird so der Übergang Schule/Beruf und damit die Berufsorientierung zeitnah eingeleitet, vorbereitet und begleitet.
Seit 2007 findet im Rahmen des Programms "Weiterbildung geht zur Schule" eine enge Kooperation mit der Kreis-VHS und der Papierindustrie (ViV) statt, die diverse Förderkurse zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit durchführt. Zu nennen sind hier vor allem die Pro-gramme „Angewandtes betriebsnahes Rechnen“ und „Xpert“ (europäischer Computer-Pass).
Anfang 2006 bewarben wir uns mit unserem neuen Ganztagskonzept und dem einstimmigen Votum aller Schulmitwirkungsgremien bei der BR Köln und dem Schulministerium um den Status einer Ganztagsschule. Seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 sind wir eine der neuen gebundenen Ganztagshauptschulen (erweiterter Ganztag) des Landes NRW.
2 Motto und Ziele der GTHS Aldenhoven
Bei der GTHS Aldenhoven handelt es sich um einen gesundheitsfördernden und umweltbewussten Lernort, der eine Weiterentwicklung von Geist, Körper und Seele bewirkt. Daher will unsere Schule mit einem großen Input an Engagement durch motivierte Kolleginnen und Kollegen möglichst alle Schülerinnen und Schüler mit Hilfe verschiedener moderner Methoden durch Förderung des Leistungsvermögens sowie Forderung von Leistungsbereitschaft ausbildungsfähig machen.
Dazu müssen wir
- unsere Schülerinnen und Schüler zu einer gesunden Lebensführung anhalten und entsprechende Wege aufzeigen.
- durch einen praxisnahen Unterricht die gesellschaftlichen und fachlichen Handlungskompetenzen und Qualifikationen unserer Schülerinnen und Schüler erweitern, damit sie sich in der Berufs- und Arbeitswelt und einer Welt von morgen kompetent behaupten können.
- unsere Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeit stärken, indem wir ihnen gesellschaftliche Werte (z. B. Mitverantwortung, Mitbestimmung, Sozialverhalten, Toleranz, Teamfähigkeit) vermitteln.
- neben diesen Werten auch die Tugenden Fleiß, Ordnung und Disziplin in unser erzieherisches Bestreben mit einbeziehen.
- unseren Schüler(inne)n ein umwelterhaltendes und gesundheitsbewusstes Verhalten vermitteln.
- unsere Schülerinnen und Schüler nach Eignung und Neigung individuell fördern und durch qualitätssichernde Maßnahmen deren Leistung steigern.
- erreichen, dass unsere Schülerinnen und Schüler Schule "erleben" und auch wir mit und von ihnen lernen.
- die Eigenständigkeit unserer Schülerinnen und Schüler weiterentwickeln, indem wir deren kritisches Denken und Handeln und ihre Kreativität stärken.
- dafür sorgen, dass unsere Schülerinnen und Schüler den Umgang mit modernen Medien lernen und damit eine entsprechende Medienbasiskompetenz erlangen.

3 Wie wir diese Ziele erreichen
Um die genannten Ziele zu erreichen, müssen folgende Grundsätze eingehalten werden:
- Unsere Lebenswelt ist durch akustische und optische Reizüberflutungen, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung geprägt. Diese und andere Ursachen wirken sich u. a. nachteilig auf die physische oder psychische Entwicklung von Schülerinnen und Schülern aus. Wir sind daher als Schule gefordert, diesen negativen Tendenzen entgegen zu wirken und ihnen im Schulalltag in Kooperation mit diversen Institutionen etc. sowie den Eltern, Möglichkeiten und Hilfen zu einer gesunden Entwicklung zu bieten.
- Schüler(innen) müssen zur Selbständigkeit "erzogen" werden, indem sie z. B. selbstbewusst eigene Vorstellungen entwickeln und notwendige Wege zur Umsetzung von Vorhaben erschließen. Dabei ist Rücksichtnahme stets angesagt. Dies ist besonders wichtig, da die Freizeit der Jugendlichen nicht selten von Gewalt und Vandalismus begleitet ist.
- Fördern und Fordern dürfen sich einander nicht ausschließen. Daher verpflichtet sich das Kollegium der Schule das Leistungsvermögen aller Schüler(innen) in einer anregenden Lernumgebung (sei es Klassenräume, modern eingerichtete Fachräume und Selbstlernzentren) zu fördern. Im Gegenzug wird von allen Schüler(inne)n Leistungsbereitschaft gefordert. In diesen Prozess sollen nach Möglichkeit die Eltern stets mit einbezogen werden.
- Durch systematisches Einüben von unterschiedlichen Arbeitstechniken etc. (u. a. durch Methodentraining) soll ein selbstständiger Wissenserwerb nach und nach erreicht werden. Auch soll z. B. im Rahmen von Projekten und handlungs-orientiertem, umweltbezogenem Fachunterricht mit allen Sinnen gelernt werden. Dies ist gerade für unser Schülerklientel besonders wichtig, wie auch der Erwerb von sozialer Kompetenz im Rahmen der Streitschlichtung, dem Projekt "Cool im Konflikt", dem Sozialen Lernen und den Arbeitsgemeinschaften (u. a. Team- und Kooperationsfähigkeit) im Ganztag. Alle diese Projekte und Maßnahmen sind besonders notwendig, da viele Probleme aus dem Freizeitbereich in die Schule hineingetragen werden und diese Probleme somit in der Schule gelöst werden müssen. In diesem Zusammenhang wurde ein großes Netzwerk installiert (inkl. Jugendstraßenpolizist, Kooperation mit der Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Kooperation mit der OT-Siersdorf usw.).
- Gerade in diesem schwierigen Umfeld sollen und müssen unsere Schüler(innen) Schule als Lebensraum erfahren. Dazu müssen sie zusammen mit den Lehrkräften für unterschiedliche Handlungsfelder Verantwortung übernehmen. Im Rahmen unserer Ganztagsbetreuung erhalten Schüler(innen) Anleitung zur sinnvollen Freizeitgestaltung.
4 Profil der GTHS Aldenhoven
Unser Profil ist sehr vielschichtig. Neben der Förderung der Ausbildungsreife durch gezielte Fördermaßnahmen (z. B. Sprachförderung, Berufswahlpass, „Fit for Job“, Schülerfirmen etc.) liegen weitere Schwerpunkte
- im Bereich Medienerziehung: Umgang mit dem Computer [Computerzertifikat], Führen eines Schulkinos
- im Bereich Kunst und Musik: Durchführung von Kunstausstellungen, Einrichtung eines Schulmuseums, Klassenraumgestaltung, Teilnahme an Modellbauwettbewer-ben, Aufbau eines Schulchors und einer Schülerband, Instrumentalerziehung mit Schwerpunkt Schlagzeug und Gitarre
- in den Naturwissenschaften: SINUS Transfer-Schule, enge Kooperation mit dem FZ Jülich (JULAB);
- im Sportbereich: Dort kooperieren wir mit dem Leistungszentrum "Ringen" in Aldenhoven und mit dem TUS-Aldenhoven, dem Tanzsportclub Aldenhoven und der KG Turmschwalben (Showtanz). Außerdem werden z. Zt. die Sportrichtung Aerobic und andere für Schüler aktuelle Sportarten aufgegriffen.
5 Die „Säulen“ des Schulprogramms der GTHS Aldenhoven
5.1 Die „Säulen“ - Übersicht
Diese elf Säulen werden jeweils zunächst in einem Überblick kurz vorgestellt und im direkten Anschluss falls nötig ausführlich ergänzt. Die tragende Säule in unserem Schulprogramm ist das Ganztagskonzept und wird als „Säule 1“ den weiteren zehn Säulen jetzt vorangestellt:

|
|
Säule 1: Ganztagskonzept
|
|
Kurzfassung:
Eingangsstufe (5 bis 7) Schwerpunkt liegt in der individuellen Förderung in den Fächern Deutsch und Mathematik, um das unterschiedliche Leistungsniveau der SchülerInnen auszugleichen und anzuheben. In Naturwissenschaften begabte SchülerInnen nehmen ab Klasse 6 am Kooperationsprojekt mit dem Forschungszentrum Jülich teil. Weitere Schwerpunkte liegen im Methodentraining, im Sozialen Lernen, im Wecken von Selbstlernprozessen in Arbeitsstunden und in der Einführung des Berufswahlpasses in Stufe 7, in der die Fächer Englisch und Mathematik in Grund- und Erweiterungskursen differenziert unterrichtet werden.
Profilierungsstufe (8 bis 10) Im Mittelpunkt steht die Berufsorientierung als Bestandteil der schulischen individuellen Förderung (siehe Kap.5 - Säule 8) und das Training von Prüfungssituationen im Hinblick auf die Lernstandserhebungen in Klasse 8 und die Zentralen Abschlussprüfungen in der Stufe 10. Für SchülerInnen mit Migrationshintergrund werden zusätzliche Kurse zur Sprachförderung angeboten.
Wahlpflichtarbeitsgemeinschaften Um den SchülerInnen Anregungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu geben, werden für die Jahrgangsstufen 5 bis 9 Wahlpflichtarbeitsgemeinschaften mit unterschiedlichen Schwer-punkten im Nachmittagsbereich angeboten.
Zusätzliche Aktivitäten (langfristige Projekte) für die Stufen 8 bis 10 (im Nachmittagsbereich) Showtanz, Schülerfirmen ("Dioramenbau"; "Eventkino-Schulkino", "Schulmuseum" – Wiederaufnahme in Planung), spezielle Maßnahmen zur Gesundheitsförderung
Gestaltete Mittagspause mit Mittagessen in der Mensa Sport- und Spielangebote auf dem aktivierenden Schulhof, Basteln unter Anleitung in Multifunktionsräumen, Ruhebereiche zum Lesen und Relaxen, Boxen als Angebot zum Aggressionsabbau
Schülerbücherei
|
|
Wir sind – wie bereits erwähnt – seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 eine der neuen gebundenen Ganztagshauptschulen (erweiterter Ganztag) des Landes NRW. Unsere Aufbauphase sah wie folgt aus:
Schuljahr 2006/2007: Ganztag in den Stufen 5 und 10;
Schuljahr 2007/2008: Ganztag in den Stufen 5,6 und 9,10;
Schuljahr 2008/2009: Ganztag in den Stufen 5 bis 10 (Komplettausbau).
Diese etwas ungewöhnliche Aufbauphase unseres Ganztagskonzeptes wurde beantragt (und schließlich auch genehmigt), um durch Evaluation der beiden großen Arbeitsfelder "Allgemeine Förderung im Ganztag in den Stufen 5 bis 7" sowie "Spezielle Förderung der Berufsorientierung in den Stufen 8 bis 10" Zusammenhänge herzustellen, um schließlich die Stärken jedes Einzelnen zu nutzen und zu fördern.
Die Jahrgangsstufen 5,6,7 und die Jahrgangsstufen 8,9,10 entwickeln nach und nach eine besondere Verzahnung und besondere Formen der pädagogischen Profilierung.
Während bei der "Eingangsstufe" (5 bis 7) der Schwerpunkt in der allgemeinen (individuellen) Förderung in den einzeln Fächern liegt, steht in der "Profilierungsstufe" (8 bis 10) die Berufsorientierung als Bestandteil der schulischen individuellen Förderung im Mittelpunkt.
Damit kristallisieren sich u. a. folgende Arbeitsschwerpunkte für die einzelnen Stufen heraus:
Eingangsstufe:
- Spezielle Förderung im Fach Deutsch sowie im Fach Mathematik in den Stufen 5 und 6. Der entsprechende Förderbedarf wird anhand standardisierter Tests der Testzentrale eruiert und individuelle Förderpläne werden erstellt.
- Des Weiteren findet ab Klasse 6 eine besondere Förderung für naturwissenschaftlich interessierte Schülerinnen und Schüler in den Fächern Biologie, Physik, Chemie durch Kooperation mit dem JULAB des FZ Jülich statt.
- Methodentraining, Soziales Lernen, Arbeitsstunden
- Einführung des Berufswahlpasses in Stufe 7 (Anbahnung der Berufsorientierung)
- nach und nach Kursdifferenzierung (Außendifferenzierung) in den Fächern Mathematik und Englisch in der Stufe 7
Profilierungsstufe:
- äußere Differenzierung in den Fächern Englisch und Mathematik (durch spezielle Fördermaßnahmen wird eine Durchlässigkeit ermöglicht)
- Vertiefung der Arbeit am Berufswahlpass (das entsprechende personenbezogene Portfolio wird nach und nach aufgebaut und mit Inhalt gefüllt)
- Teilnahme am Berufsorientierungscamp von Schüler(inne)n der Stufe 8 (erstmals in den Sommerferien 2008); (Anm.: Es handelt sich dabei um eine langfristige Kooperationsmaßnahme mit Industrieverbänden, DGB und der Agentur für Arbeit im Rahmen des Projektes „ Zukunft fördern“),
- videogestütztes Bewerbungs- und Verhaltenstraining in unserem Berufsorientierungsbüro, spezielle Sprachförderung für Schüler(innen) mit Migrationshintergrund (auch nachmittags) - diese Maßnahme erfolgt mit Unterstützung der Papierindustrie im Rahmen einer Kooperation mit der RAA des Kreises Düren
- Kurse mit der Thematik „Berufsbezogenes Deutsch“, „Betriebsnahe Mathematik“, „Tastschreiben“ und „Xpert“ im Rahmen des Projektes "Weiterbildung geht zur Schule" für Schüler(innen) der Stufen 9 und 10 in Kooperation mit der Kreis-VHS Schüler-Betriebspraktika in Ausbildungsbetrieben (einwöchig und ortsnah in Stufe 8, dreiwöchig in Stufe 9), Werkstatttag in Stufe 10 A im Zeitraum Ende Herbstferien bis Anfang Osterferien (ganztags) bzw. einwöchiges Schülerbetriebspraktikum in Stufe 10B.
Neben dem fachlichen Angebot spielt auch die Freizeitgestaltung eine wichtige Rolle in unserem Ganztagskonzept. Um den Schülerinnen und Schülern Anregungen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung zu geben, werden und wurden für die Jahrgangsstufen 5 bis 9 Wahlpflichtarbeitsgemeinschaften im Nachmittagsbereich u. a. in Kooperation mit der OT Siersdorf, dem TUS Aldenhoven (Ringen), dem Tanzsportklub Aldenhoven, der KG Turmschwalben, Künstlern, Musikpädagogen, Museumspädagogen usw. eingerichtet.
Das unten aufgeführte, sehr umfangreiche AG-Angebot ist nur möglich, weil wir im Rahmen der "Kapitalisierung" im gebundene Ganztag u. a. Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, spezielle Kräfte für Sprachförderung (Deutsch als Fremdsprache), Kräfte für die Mittagsbetreuung, Fachkräfte für Kunst, Musik, Sport, gesunde Ernährung und Museumspädagogik einstellen können.
In den Stufen 5/6 liegt der Schwerpunkt in den Bereichen Kunst (künstlerisches Gestalten), Musik, Tanz, Spiele (Brett- und Strategiespiele) und Fitness.
In der Stufe 7: Kunst (künstlerisches Gestalten), Musik, Sport, Spiele, gesundes Kochen und Fitness.
In den Stufen 8/9: Gesunde Ernährung (Kochen), Musik, Kunst (künstlerisches Gestalten), Textilgestalten, Verkehrserziehung (Mofaführerschein), Erlebte Geschichte, Erste Hilfe (Schulsanitätsdienst), Modellbahnbau, Fit for Job.
Neben diesen Wahlpflichtarbeitsgemeinschaften gibt es weitere Aktivitäten (teilweise langfristige Projekte) im Nachmittagsbereich für die Stufen 8 bis 10 wie z. B. Showtanz, die drei Schülerfirmen "Dioramenbau", "Eventkino-Schulkino", "Schulmuseum" und Informationsveranstaltungen im Bereich der Gesundheitsförderung (auch für die Schülerinnen und Schüler der Stufen 5 bis 7).
Zum Ganztagskonzept gehört natürlich auch eine gestaltete Mittagspause mit Mittagessen in der Mensa – unterstützt durch das Landesprogramm „Kein Kind ohne Mahlzeit“, das sicherstellt, dass auch Kinder aus finanzschwächeren Familien regelmäßig ein warmes Mittagessen erhalten. Zudem wird mit Hilfe von "Frühstücksmüttern und -vätern" allen Kindern ein preiswertes und gesundes Frühstück in der ersten Pause angeboten.

|
|
Säule 2: Pädagogische Grundsätze
|
|
Kurzfassung:
Arbeit im Kollegium
- Teamsitzungen
- kollegiumsinterne Fortbildungen
- Steuergruppe „Lehrerrat“ mit erweiterten Funktionen
- Steuergruppen „Mittagsbetreuung“, „Selbstlernzentren“, „Berufswahlvorbereitung“ und „Gesundheitserziehung/ - förderung“
- festes Team von Stufe 5 bis 10
Gestaltung der Klassenräume
- gemeinsame Gestaltung der Klassen mit Schülerinnen und Schülern (Klassenraumprinzip)
Stufenfahrten
- ein- und mehrtägige Fahrten und Wanderungen
Projektarbeit
- jahrgangsübergreifend in Zusammenarbeit ggf. mit Eltern etc.
- außerschulische Lernorte (z. B. JULAB) etc.
Handlungsorientierung
- praktisches Lernen in AL, NW, Kunst etc.
- praxisorientierte Unterrichtsangebote in WP und bei den AGs
Feiern
- Abschlussfeiern mit Eltern etc.
- Schülerkarneval (Karnevalssitzung Weiberfastnacht)
Elternarbeit
|
|
Einsatz der Lehrkräfte in Jahrgangsstufenteams
Die Unterrichtsverteilung an der GTHS Aldenhoven orientiert sich an dem Grundsatz, dass die Lehrerinnen und Lehrer schwerpunktmäßig oder ganz in einer Jahrgangsstufe eingesetzt werden. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass die Lehrkräfte die Kinder und Jugendlichen nicht nur aus der Sicht des Faches und im Hinblick auf ihre fachlichen Leistungen, sondern in ihrer gesamten Entwicklung und Persönlichkeit wahrnehmen. Feste Bezugspersonen in einer Klasse geben den Schülerinnen und Schülern mehr Sicherheit in ihrer schulischen Entwicklung.
Die Lehrerinnen und Lehrer einer Jahrgangsstufe bilden so ein Jahrgangsstufenteam, das die Schülerinnen und Schüler von der 5. Klasse bis zur 10. Klasse in Leistungs-, Verhaltens- und Persönlichkeitsentwicklung begleitet. Jede Klasse hat möglichst Klassenlehrer/innen, die mit einer möglichst hohen Stundenzahl in ihrer Klasse eingesetzt sind.
Die Lehrkräfte kooperieren in der Klasse und der Jahrgangsstufe, um sich über ein möglichst einheitliches Erziehungsverhalten zu verständigen und so den Schülerinnen und Schülern feste Regeln für das Zusammenleben und –arbeiten zu vermitteln.
Dieses Prinzip ermöglicht:
- kontinuierliche Aufbauarbeit
- bessere Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern
- gemeinsame Durchführung von Schulveranstaltungen (z.B. Stufenfahrten)
- fachbezogene Zusammenarbeit.
Gestaltung der Klassenräume oder: Schüler(innen) brauchen eine Heimat Das Lehrerraumprinzip kommt für uns nicht in Frage. Schülerinnen und Schüler brauchen ein eigenes Klassenzimmer, in dem sie sich wohlfühlen. Die Ganztagshauptschule Aldenhoven liegt in einem sozialen Brennpunkt mit einem belasteten Wohnumfeld. Die Arbeitslosenquote ist hoch und viele Familien haben eine Zuwanderungsgeschichte. Viele unserer dreihundert Schülerinnen und Schüler haben bei uns ihren eigenen Platz gefunden, den sie zu Hause nicht haben.
Unsere Schülerinnen und Schüler bleiben von der fünften bis zur zehnten Klasse in ihrem eigenen Klassenraum, den sie nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten können. Unsere 14 Klassenzimmer sind Multifunktionsräume für den Ganztagsbetrieb. Je nach Bedarf können sie schnell und einfach für verschiedene Arbeitsformen umgeräumt werden. Die Tische sind beweglich und können mit den Schülern „mitwachsen“. Lediglich die Stühle müssen wir mit der Zeit austauschen. Jede Klasse besitzt mehrere Rollschränke mit Schubfächern für jede Schülerin und jeden Schüler, in denen Materialien aufbewahrt werden können. Es gibt Leseecken mit Büchern und Einzelarbeitsplätze mit Computern für die individuelle Förderung. Seit einiger Zeit haben wir auch Pflanzen, um die Raumluft zu verbessern. Wenn die Zehner nach sechs Jahren die Schule und ihr Klassenzimmer verlassen, sind die Räume immer noch tipp topp in Ordnung. Unsere Schülerinnen und Schüler fühlen sich verantwortlich. Mit Vandalismus haben wir deshalb keine Probleme.
Die Klassenzimmer sind für unsere Schülerinnen und Schüler ein eigener Wohlfühlbereich. Das schafft ein angenehmes soziales Klima – eine ganz wichtige Vorrausetzung für erfolgreiche Lernprozesse.
Auch für die Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule haben wir eine sehr gute Lösung gefunden. Zusätzlich zum Lehrerzimmer, das in den Pausen und für Besprechungen und Konferenzen genutzt wird, haben wir in einem etwas abgelegenen Flur des Schulgebäudes ein Lehrerbüro eingerichtet, zu dem Schülerinnen und Schüler keinen Zutritt haben. Hier teilen sich jeweils zwei Lehrkräfte einen Schreibtisch. Das ist ausreichend, weil das Büro nie von mehr als zehn Kolleginnen und Kollegen gleichzeitig genutzt wird. Alle Schreibtische sind mit Computern ausgestattet, die Hälfte davon mit Zugang zum Internet. Jede Lehrerin und jeder Lehrer besitzt einen Rollcontainer für die eigenen Unterlagen.
Fortbildungskonzept der GTHS Aldenhoven
Um nicht nur die fachbezogene Zusammenarbeit im Kollegium zu stärken und zu intensivieren, gab und gibt es folgende kollegiumsinterne Fortbildungsschwerpunkte:
- „IntraPlus“ (Umgang mit Schulverweigerung und Lernpsychologie)
- „Lernstandsdiagnose und Individualisierung“,
- „LRS“ und „Dyskalkulie“
- „Gesundheitsförderung als neuer Schwerpunkt unseres Ganztagskonzeptes – Entspannung und Bewegung im Unterricht“
- „Umgang mit Stress“
- Intel II (Sicherheit in Umgang mit neuen Medien)
- „Netzwerk SINUS“ (in Kooperation mit dem FZ-Jülich und dem Landesinstitut Soest)
- „MINT“ (Naturwissenschaften)
|
|
Säule 3: Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung
|
|
Kurzfassung:
Neue Standortpläne auf Basis der Kernlehrpläne für
- den Deutschunterricht
- den Mathematikunterricht
- den Englischunterricht
Gemeinsame Planung, Durchführung und Benotung etc. von Klassenarbeiten
(Parallelarbeiten) und Tests in den Fächern
- Deutsch
- Mathematik
- Englisch
- Gesellschaftslehre
UE im Rahmen der Initiative „Stärkung des NW-Unterrichts“ (SINUS-Schule)
- Standortpläne in Biologie, Chemie und Physik
- fächerübergreifende Projekte NW
- Computereinsatz im NW-Unterricht (u. a. Activ Board)
- Kooperation mit dem JULAB (FZ-Jülich)
Lernstandserhebungen in Stufe 8
Spezielle Förderkonzepte z. B.
- zusätzliche Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund (Papierindustrie (ViV), RAA)
- Weiterbildung geht zur Schule (VHS)
- Selbstlernzentrum (Arbeitsstunden im SLZ)
- E-fit-Programm
Zentrale Prüfungen in Stufe 10
Computereinsatz
- „Intel – Lernen für die Zukunft“ (Ausbildung aller Kolleginnen und Kollegen)
- E-fit Mathe, Deutsch, Englisch in den Stufen 5 und 6
|
|
Der Modellversuch „SINUS-Transfer“
Bereits 2003 startete das BLK-Programm SINUS-Transfer als Weiterentwicklung des BLK-Modellversuchs SINUS ("Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts").
Ziel ist die Förderung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Kompetenz durch die nachhaltige und flächendeckende Nutzung und Weiterentwicklung der Ergebnisse des Modellversuchs SINUS.
SINUS-Transfer wurde in zwei Programmwellen durchgeführt (2003 - 2005 und 2005 - 2007). 13 Länder beteiligen sich an diesem Programm. Seit der ersten Welle ist die GTHS Aldenhoven als einzige Schule des Kreises Düren an diesem Modellversuch beteiligt.
Leitlinien des Programms SINUS-Transfer Prozesse der Qualitätssicherung und Optimierung von Lehren und Lernen in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern sollen auf Schulebene in Gang gesetzt und weiter entwickelt werden.
Das Programm setzt gezielt an den vorhandenen Stärken des mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereichs an:
- Fachliche Gediegenheit des Unterrichts
- Fachliche Qualifikation und Unterrichtserfahrung der Lehrkräfte
Arbeitsschwerpunkt der GTHS Aldenhoven Die GTHS Aldenhoven nimmt am Modul 6 „Fächergrenzen erfahrbar machen - fächerübergreifendes und fächerverbindendes Arbeiten“ im Rahmen von NW (Biologie, Physik, Chemie) und Modellbau (Modelleisenbahn) mit folgenden Intentionen teil: Fächerübergreifendes Arbeiten bietet die Gelegenheit, ein Thema in den Mittelpunkt zu stellen. Die unterschiedlichen Sichtweisen und Einsichten einzelner Fächer ermöglichen das Entstehen eines differenzierten Gesamtbildes. Die fachspezifischen Aspekte können bewertet, verglichen und verknüpft werden.
Fächerverbindendes Arbeiten fördert und fordert Absprachen und Kooperationen zwischen den Fachlehrern der verschiedenen Schulfächer. Dies kann vom kollegialen Erfahrungs- und Wissensaustausch bis zum gemeinsamen Unterricht mit neuen Organisationsformen führen.
Grundprinzip ist die Zusammenarbeit von Lehrkräften innerhalb der Fachgruppe unserer Schule und längerfristig auch über diese hinweg. Die Arbeit der beteiligten Schulen wird möglichst lokal, regional oder überregional koordiniert und unterstützt.
Der Transfergedanke Ziel des Modellversuchs SINUS war es, Ergebnisse (z. B. Materialien, Konzepte, Methoden) und Strukturen zu entwickeln, die eine Verbreitung in größerem Umfang ermöglichen.
Ein wirksamer Transferprozess stellt sich nicht von selbst ein. Er ist erfahrungsgemäß fast so aufwendig wie der vorangegangene Entwicklungs- und Erprobungsprozess.
Wesentliche Punkte, die bei der Transfergestaltung berücksichtigt werden:
- Transferprozesse sind keine Kopierprozesse, sondern Auswahl- und Anpassungsprozesse. Sie berücksichtigen die spezifischen Bedingungen und Bedarfssituationen der Adressaten.
- Transfer wird vorrangig über die in den Ländern vorhandenen Einrichtungen und Strukturen organisiert.
- Etablierung von regionalen oder landesweiten gemischten Netzwerken aus Schulen, außerschulischen Kooperationspartnern und Unterstützungssystemen, in die sukzessive immer mehr Schulen integriert werden.
- Kooperationen von Referenzschulen (ehemaligen Programmschulen) und neu hinzugekommenen Schulen in gemeinsamen Schulsets mit dem Ziel der unterrichtsbezogenen Qualitätsentwicklung.
Evaluation und Ausblick Im Juli 2007 endete der Modellversuch SINUS-Transfer in NRW. Sein Ziel war – wie bereits oben erwähnt – die Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts. Seine Methode: Unterrichtsentwicklung in kleinen Schritten. Unter wissenschaftlicher Begleitung [z. B. in unserem Fall durch das JULAB (FZ Jülich)] entwickelten die Lehrkräfte Fachtraditionen und Handlungsroutinen eigenverantwortlich weiter und richteten diese auf neue Anforderungen. Dabei spielte die Kooperation zwischen den Lehrkräften eine entscheidende Rolle.
Inzwischen wurde auf Landesebene das Unterstützungssystem Netzwerk SINUS gegründet, dem unsere Schule auch wiederum angehört und an diesem mitarbeitet.
Erstellung eines Förderkonzeptes Wie an jeder Schule besteht auch bei einem Teil unserer SchülerInnen Förderbedarf von unterschiedlicher Art und Ausprägung. Sei es die Förderung in Bereichen der Fachkompetenz (Deutsch, Englisch, Mathematik), der Methoden (Lernen lernen) und auch der Sozialkompetenz oder sei es der Förderbedarf im rein sprachlichen Bereich, wie er zum Beispiel bei Migranten (besonders z. B. bei neu aus der Türkei gekommenen Schülerinnen und Schülern) besteht.
Die Diskussion dieser verschiedenen Aspekte im Kollegium brachte uns dazu, uns erst einmal auf die Förderung der nicht Deutsch muttersprachlich sozialisierten Schülerinnen und Schüler zu konzentrieren, weil uns die Problematik hier am stärksten erschien. Daneben wird auch der Bereich der Förderung der Grundfertigkeiten in Deutsch und Mathematik bei leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern weiter im Auge behalten.
Förderung von Migrantenkindern an der GTHS Aldenhoven Da die äußere Organisation unserer Förderung seit langer Zeit praktiziert und für gut befunden wird, stellt sich die Frage nach ihrem inhaltlichen Konzept. Welche Inhalte und Methoden muss Förderunterricht der oben genannten beiden Bereiche aufweisen, damit er effektiv stattfinden kann und sein Ziel, den Ausgleich von Defiziten, möglichst rasch erreicht? Dieses wird ein Arbeitsschwerpunkt in der kommenden Zeit sein.
Aufbauend auf dieses Konzept konnten wir aufgrund der finanziellen Unterstützung durch den AGV Papiererzeugung von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung e.V. und die RAA des Kreises Düren ein ergänzendes Förderkonzept entwickeln (s. nachfolgende Flussdiagramme) und schon seit 2007 in die Tat umsetzen. Dieses Projekt wird vom Institut für Arbeits- und Wirtschaftspädagogik der TH Aachen wissenschaftlich betreut und evaluiert.

|
|
Zusätzliche Sprachförderung im Fach Deutsch an der GTHS Aldenhoven
|
|
|
|
Evaluation – Analyse der Probleme Neues Förderkonzept durch finanzielle Unterstützung des AGV Papiererzeugung von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung e.V. (ab Feb. 2007)
|
|
Ergänzende Förderangebote im Rahmen von „eFit“ und Schroedel-Online-Diagnose
Für die Stärkung der Basiskompetenzen und die Verbesserung des Schulerfolgs der heterogen zusammengesetzten Schülerschaft der Hauptschulen ist eine individuell angepasste Förderung besonders wichtig. Dies setzt eine Diagnose des Lernstands der einzelnen Schüler und Schülerinnen voraus. Die Module „Deutsch“, „Englisch“ und „Mathematik“ von eFit.nrw (läuft im Januar 2011 aus) bzw. der Schroedel-Online-Diagnose (Lizenz für Stufen 5-8) bieten Unterstützung bei der Erkennung und Aufarbeitung von Defiziten, durch unterschiedliche Anspruchsniveaus der Übungsangebote, aber auch die Förderung leistungsstärkerer Schülerinnen und Schüler. Aus diesen Gründen haben wir u. a. diese Computerprogramme integriert in unser schulisches Förderkonzept.
Die eingesetzte Software ermöglicht durch leistungsfähige Auswertungsroutinen themenbezogen eine detaillierte Diagnose der bereits erworbenen Kenntnisse und die Bestimmung des Förderbedarfs jedes einzelnen Kindes. Gleichzeitig wird eine Grundlage für fundierte Förderempfehlungen geschaffen.
|
|
Säule 4: Methodenkonzept
|
|
Kurzfassung:
„Methodenlernen“ als neues „Fach“ im Ganztag in den Stufen 5 und 6 Gestaltung der ersten Unterrichtswochen in der neuen Stufe 5:
- Ordnung des Arbeitsplatzes
- Schultasche „richtig“ packen
- Arbeitsruhe
- Aufgabenheft „richtig“ führen
- Hefte und Mappen „ordentlich“ führen
- Kontrolle der HA
- „richtig“ lesen und vollständige Sätze schreiben
- Kopfrechnen
- Vokabeln „richtig“ lernen etc.
Absprachen für das Fach Deutsch Mappenführung (u. a. Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Blattgestaltung)
- Heftführung
- Arbeitsplatzkontrolle
- Führen eines HA-Heftes
Absprachen für das Fach Englisch
- Vokabeln lernen aber wie?
- Nachschlagen im Lehrbuch (u. a. Gebrauch des „Dictionary“)
- Schulung der Fertigkeiten „Hören – Verstehen und Sprechen – Lesen“
- Organisation des Arbeitsplatzes
Absprachen für das Fach Mathematik
- Organisation des Arbeitsplatzes
- Einhaltung der Ordnung am Arbeitsplatz
- Heftführung
- Umgang mit dem Mathematikbuch
- Umgang mit Geodreieck etc.
- Einüben der Fachsprache
- Kopfrechenfertigkeit
- Festigung mathematischer Strukturen
- Textaufgaben
|
|
Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken
Die systematische Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken steht im Mittelpunkt der Schulentwicklung für die nächsten Jahre. Alle Fächer – hauptsächlich die oben aufgeführten Fächer - tragen dazu bei, den Schülerinnen und Schülern ein verbindliches Methodeninstrumentarium bereitzustellen.
Hierzu haben alle Teams verbindliche Absprachen getroffen, an welchem Lerngegenstand und in welchem Jahrgang die jeweiligen Lern- und Arbeitstechniken eingeführt und vertieft werden. Für den Einsatz des Computers wurden die Anwendung von Lernprogrammen und die Informationsbeschaffung mit Hilfe des Internets abgesprochen. In regelmäßigen Abständen werden die Beschlüsse der Teams überprüft, gewonnene Erfahrungen diskutiert und neue Absprachen für die Weiterentwicklung des verbindlichen Methodencurriculums getroffen, das in Stufe 5 beginnt.
Von der genannten Stufe an sollen Schülerinnen und Schüler fachbezogen, fächerübergreifend, in stufengemäß anspruchsvoller Weise - allmählich aufbauend - methodische Kompetenz beim Lernen erwerben. Sie sollen also nach und nach das Lernen lernen. Auf ihrem Weg zu einem Ziel lernen die Schülerinnen und Schüler zunehmend selbstständiger methodisch vorzugehen. Es kommt zu einem Zuwachs an Methodenkompetenz nur, wenn sie im Unterricht ständig herausgefordert wird. Ein Transfer von angewandten Methoden auf neue Themen muss eigens gelernt werden. Doch welche Methoden lassen sich im Unterricht anwenden? Es kommen z. B. folgende Methoden in Betracht:
Methoden mit darbietendem Charakter Vortrag/Vorlesung Referat Podiums-Diskussion ...
Stofforientierte Methoden Textarbeit Brainstorming Fallarbeit Planspiel Projektmethode Gruppenarbeit Mind-Mapping ...
Kommunikativ orientierte Methoden Diskussion/Rundgespräch Pro & Contra Graffiti ...
Gestalterisch orientierte Methoden Arbeit mit Fotos/ Bildern Thema bildnerisch gestalten Collage ...
Meditativ orientierte Methoden Metapher - Meditation Phantasiereise
Spielerisch orientierte Methoden Pantomime Rollenspiel ....

|
|
Säule 5: Erziehungskonzept
|
|
Kurzfassung:
Erziehung zu
- einer gesunden Entwicklung und Lebensführung
- einem Rechtsempfinden
- einer Einsicht bei Regelüberschreitung
- einer sozialen Konfliktbewältigung
- Ordnung und Sauberkeit
- Pünktlichkeit
- Rücksichtnahme, Toleranz
- Mitbestimmung, Mitverantwortung
- Hilfsbereitschaft
- einer Entwicklung von Gemeinschaftssinn
- angemessenem Verhalten auf dem Schulweg, im Schulbus, in der Klasse
Regeln und Konsequenzen
- neue Schulregeln (überall im Gebäude ausgehängt),
- Klassenregeln,
- Aktualisierung und Ergänzung durch Maßnahmenkatalog (Konsequenzen bei Nichtbeachtung der Regeln)
- Mitteilungsformulare (unentschuldigtes Fehlen, Unpünktlichkeit, fehlendes Arbeitsmaterial)
Kooperationspartner
- Jugendamt
- Ordnungsamt
- Schulamt
- Erziehungsberatung
- Caritas DN
Streit-Schlichter-Konzept
- Ausbildung geeigneter Schülerinnen und Schüler jeweils in der Jahrgangsstufe 9
- Einsatz der Streit-Schlichter in Stufe 10
- Zusammenarbeit mit SV
Gewaltprävention
- Kooperation mit Jugend-Straßenpolizist
- Projekt „Cool im Konflikt“
|
|
Durch systematisches Einüben von unterschiedlichen Arbeitstechniken und durch das Methodentraining soll ein selbständiger Wissenserwerb nach und nach erreicht werden. Auch soll z. B. im Rahmen von Projekten und handlungsorientiertem, umweltbezogenem Fachunterricht mit allen Sinnen gelernt werden. Dies ist gerade für unser Schülerklientel besonders wichtig, wie auch der Erwerb von sozialer Kompetenz im Rahmen der Streitschlichtung, dem Projekt "Cool im Konflikt", dem Sozialen Lernen und den Arbeitsgemeinschaften (u. a. Team- und Kooperationsfähigkeit) im Ganztag. All diese Projekte und Maßnahmen sind in unserem Ort besonders notwendig, da viele Probleme aus dem Freizeitbereich in die Schule hineingetragen werden und diese Probleme somit in der Schule gelöst werden müssen. In diesem Zusammenhang wurde ein großes Netzwerk installiert (Jugendstraßenpolizist, Kooperation mit der Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Kooperation mit der OT-Siersdorf).

|
|
Säule 6: Gesundheitserziehung/Gesundheitsförderung
|
|
Kurzfassung:
Klassenraumgestaltung -“Klassenraumprinzip“ („Heimat“ von Stufe 5 bis 10), die Schüler(innen) werden in die Gestaltung der Klassenräume (mit Pflanzen, Bildern, Eigentumsrollschränken usw.) mit einbezogen, um eine entspannte und angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen.
Einrichtung von Ruheräumen mit eigenen Benutzerregeln und besonderer Ausstattung - Rückzugsräume zum Relaxen im Ganztag - Leseräume
Rituale - Stufenfahrten und Feiern fördern das Gefühl von Geborgenheit und Zugehörigkeit in der Schule
Gesundheitsförderung im Unterricht - Morgenübungen mit ausgebildeter Trainerin, - Auflockerung der Unterrichtsstunden durch Bewegungspausen - regelmäßige Trinkpausen, - kurze Ruhephasen im Unterricht
Hygiene - richtige Zahnpflege bzw. Karies-Prophylaxe in den Stufen 5/6 in Kooperation mit dem Arbeitskreis Zahngesundheit im Kreis DN, - im Rahmen des Sportunterrichts wird u. a. auch auf die Körperpflege nach einer körperlichen Betätigung eingegangen
Gesunde Ernährung - „Frühstücksmütter und -väter“ bereiten ein gesundes Frühstück mit Obst etc. - „richtige“ Pausenbrote als Unterrichtsthema - Trinkphasen (Mineralwasser) im Unterricht - ausgewogenes Mensaessen - entsprechender Hauswirtschaftsunterricht ab Stufe 7 - Wahlpflicht-Arbeitsgemeinschaften für die Stufen 7 bis 9 mit dem Thema „Gesunde Ernährung – was koche ich?“
Infoabende und Arbeitskreise mit Experten z. B. zu den Themen - „Gesunde Ernährung“ (Magersucht, Übergewicht... ), - Sexualkunde (u. a. „Aids“), - „Umgang mit modernen Medien“ (Gewaltvideos, Nutzung des Internets etc.), - „Drogen“ (u. a. legale Drogen und ihre Gefahren).
Angebote in der Mittagspause - Entspannungsübungen - Konzentrationstraining - Wut-Workout: Produktiver Umgang mit Wut - Rückenschulungen
Unterrichtsprojekte - Drogenprophylaxe in Kooperation mit dem Kommissariat Vorbeugung und der Drops DN für die Stufen 7 bis 10; - Aidsprophylaxe mit Drops für die Stufen 9 und 10- „Be smart - don’t start“ mit den Krankenkassen
Sicherer Umgang mit Gefahrstoffen - Schutzmaßnahmen etc. im Umgang mit Gefahrstoffen im Biologie-, Chemie-, Physik-, Technik- und Kunstunterricht ... - im Alltag
|
|
Im Rahmen unseres Erziehungs- und Bildungsauftrages kommt dem Aspekt der Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung eine besondere Bedeutung zu. Mangelnde Bewegung, „ungesunde“ Ernährung, Reizüberflutungen aller Art sowie weitere Ursachen wirken sich nachteilig auf die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler aus und können zu dauerhaften Schäden führen.
Um diesen negativen Tendenzen entgegen zu wirken, müssen wir unseren Schülerinnen und Schülern im Schulalltag Möglichkeiten zu einer gesunden Entwicklung bieten.
Maßnahmen im Unterricht
- regelmäßige Trinkpausen, da u.a. unser Gehirn viel Flüssigkeit zur
- Informationsübertragung benötigt,
- Bewegungspausen als „Gehirnjogging“,
- kurze Stilleübungen (max. 5 min), damit die Schüler und Schülerinnen z. B. nach
- großen aktiven Bewegungspausen wieder zur Ruhe kommen und ihren Aktivdrang bändigen.
Angebote in der Mittagspause
- Entspannungsübungen für die Schülerinnen und Schüler
- Konzentrationstraining für Schülerinnen und Schüler z. B. nach dem Marburger Konzentrationstraining für Schulkinder der 5./6. Klassen oder für Jugendliche der 7. bis 9. Klassen
- Wut-Workout: Produktiver Umgang mit Wut
- Anhand eines entsprechenden Trainings sollen Schülerinnen und Schüler Strategien zum Wut-Management lernen und anwenden können. Ziel ist es, den Jugendlichen zu vermitteln, mit ihrer Wut positiv umzugehen.
Einrichtung von Ruheräumen mit eigenen Benutzerregeln und besonderer Ausstattung Im Ruheraum sollte sich jeder wohl fühlen und den Raum als etwas Besonderes behandeln.
- Einsatzmöglichkeiten vormittags:
- Bei Bedarf können unruhige oder verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler dorthin geschickt werden und ein entsprechendes Training durchlaufen.
- Einsatzmöglichkeiten in der Mittagspause:
- Durch den hektischen Schulalltag und den allgegenwärtigen Lärm gelingt es den Schülerinnen und Schülern nicht, sich für kurze Zeit zu entspannen, um sich dann neuen Aufgaben zu stellen. Häufig leiden darunter Kinder und Jugendliche, die sich nicht „austoben“ wollen oder können.
- Die Mittagspause soll Ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Pause in der Stille, mit einem leisen Gespräch, in der Betrachtung von Bildern, mit Lesen oder einer anderen Tätigkeit zu verbringen.
Elterninformation Auch bei der Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung ist es wichtig und unerlässlich, die Eltern gezielt zu informieren und eng mit ihnen zusammen zu arbeiten. Neben speziellen Info-Abenden bieten Klassenpflegschaftsversammlungen, Sprechtage o.ä. Ansatzpunkte zu Informationen, Gesprächen oder Diskussionen im Hinblick auf die gesundheitliche Entwicklung ihrer Kinder (z.B. Übergewichtproblematik).

|
|
Säule 7: Sicherheit
|
|
Kurzfassung:
Erste Hilfe
- Erste Hilfe - Kurse für Lehrkräfte
- Erste Hilfe - Kurse für Schüler(innen) im AG-Bereich
Schulsanitätsdienst in Kooperation mit dem DRK
Brandschutz in Kooperation mit der örtlichen Feuerwehr
- Brandschutzübungen
- Brandschau
- Einsatz der Jugendfeuerwehr Aldenhoven bei Schulveranstaltungen
Sicherheitschecks
- Gefährdungsanalysen
- Chemikalienlisten, Gefahrstoffkataster mit Sicherheitsdatenblättern
- Verantwortung der Fachbereichsleiter(innen)
- Bearbeitung der Checklisten des BAD
- Begehungen mit dem Hausmeister
Notfallpläne (Krisenmanagement)
- Notfallpläne für Schulen des Landes NRW („Oranger Ordner“)
Entsorgungskonzept
- allgemein
- für die Fachräume
Verkehrserziehung
- Mofa-Führerschein (in Zusammenarbeit mit der Polizei)
Sicherheitserziehung
- besonders in Sport, NW, Technik, Hauswirtschaft und Kunst,
- Betriebsanweisungen
|
|
Schulsanitätsdienst
Seit 2003 gibt es an unserer Schule einen Schulsanitätsdienst, der seit dem laufenden Schuljahr (2010/2011) vom Deutschen Roten Kreuz unterstützt und begleitet wird. Interessierte Schüler(innen) der Stufen 7 – 10 können ihren Dienst als Schulsanitäter(innen) beginnen, nachdem sie ihre Ausbildung zu Ersthelfern beendet haben. Sie können im Notfall Erste Hilfe leisten und mildern dadurch Unfallfolgen. Sie warten den Sanitätsraum, ergänzen die Sanitätsausstattung und protokollieren Unfälle nach Art und Ursache der Verletzung. Die Schulsanitäter(innen) werden regelmäßig vom DRK fortgebildet.
Die ausgebildeten Ersthelfer steigern die Sicherheit an der Schule. Verantwortungsgefühl und Hilfsbereitschaft der Schüler(innen) werden geweckt und gefestigt.
Ab dem 2. Halbjahr des Schuljahrs 2010/2011 bietet ein Vertreter des DRK eine „Erste Hilfe“-AG für SchülerInnen der Stufen 8 und 9 als Wahlpflicht-Arbeitsgemeinschaft an.

|
|
Organisationsschema der GTHS Aldenhoven (Sicherheit ...)
|
|
|
|
Säule 8: Berufswahlvorbereitung/Berufswahlorientierung
|
|
- „Schnupperpraktikum“ – einwöchig immer in der 8. Schulwoche in ortsnahen Betrieben
- Durchführung eines Kompetenzchecks (2-tägig)
- Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit (Besuch des BIZ)
- Arbeit am Berufswahlpass
- AG „Fit for Job“
- Berufsorientierungscamp im Rahmen des Projektes „Zukunft fördern“
- Anwahl der Schülerfirma „Dioramenbau“ möglich
- besondere Sprachförderung (RAA)
- Weiterführung von SINUS-Transfer im Bereich NW
Stufe 9: Übergänge meistern
- AG „Fit for Job“
- Schülerbetriebspraktikum – dreiwöchig mit Beginn in der 1. Woche nach Rosenmontag
- Projekt „Weiterbildung geht zur Schule“
- Schülerfirma „Schulkino“
- besondere Sprachförderung (RAA)
- Weiterführung von SINUS-Transfer im Bereich NW
- besondere Betreuung einzelner Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projektes „Verbesserung des Übergangs in Ausbildung und Beruf für Jugendliche mit besonderem Förderungsbedarf“ durch unseren Jobcoach.
Stufe 10: Übergänge meistern
- Werkstatttag für Klasse 10 A (donnerstags ab nach den Herbstferien bis vor den Osterferien)
- Schülerbetriebspraktikum für Klasse 10 B ( einwöchig nach den Herbstferien)
- Training im Berufswahlorientierungsbüro BoB im Rahmen des Projektes „Zukunft fördern“
- Schülerfirma „Schulmuseum“ im Aufbau
- Projekt „Weiterbildung geht zur Schule“
- besondere Sprachförderung (RAA)
Kooperationspartner
- Bundesagentur für Arbeit
- Stiftung „partnerfuerschule.nrw“
- Forschungszentrum Jülich
- RAA, Papierindustrie
- Kreis VHS
- örtliches Handwerk
|
|
Die Berufsorientierung dient dazu, unseren Schülerinnen und Schülern den Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern. Diese Orientierung auf das Berufsleben ist daher bei uns ein wichtiges Anliegen ab Jahrgang 5. Sie ist Bestandteil aller Fächer.
Folgende Ziele wollen wir mit der Berufsorientierung erreichen:
Schülerinnen und Schüler sollen befähigt werden, Informationen über Ausbildungsberufe und Qualifikationsvoraussetzungen zu beschaffen, auszuwerten und daraus Konsequenzen für das eigene Handeln zu ziehen
Schülerinnen und Schüler sollen in die Lage versetzt werden, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten realistisch einschätzen zu können
Schülerinnen und Schüler sollen in Kooperation, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit
geschult bzw. trainiert werden
Schülerinnen und Schülern soll eine gegenwarts- und zukunftsorientierte Berufswahl ermöglicht werden.
Praktika, Berufsorientierungsveranstaltungen und der Unterricht im Fach Arbeitslehre vermitteln unseren Schülerinnen und Schülern erste Einblicke in die Arbeitswelt und geben ihnen eine Orientierung auf ihre spätere Berufswahl, wie auch unser Konzept und Projekt Fit für die Ausbildung (Systematische Förderung des Übergangs von der Schule in den Beruf) belegt.
Schule und berufliche Ausbildung stehen in sehr engem Zusammenhang, sind aber nicht immer miteinander verzahnt. Die Fertigkeiten und Kenntnisse, die unsere Schüler in der Schule erwerben, sind nach wie vor als Qualifikation für die Berufsausbildung zu verstehen. Daher besteht die Notwendigkeit, die Schulzeit stärker und optimal für die Berufsorientierung zu nutzen.
|
|
Unter Berücksichtigung der hier aufgeführten Überlegungen, Fakten, Ziele entstand mit Einführung des Ganztages u. a. in Kooperation mit dem ViV (Papierindustrie) und der Agentur Arbeit (DN) folgendes Berufswahlorientierungskonzept.
|
|

Die Schülerfirma „Dioramenbau“ der GTHS Aldenhoven (Autor: Frank Röhmer, Schulleiter a.D. 2008)
Wir schreiben den 26.03.07. Gespannt erwarten um 19.30 Uhr viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule die „Lokalzeit aus Aachen“. Die Sendung beginnt. Nach einigen Minuten erfolgt die Anmoderation zu dem Bericht über eine ungewöhnliche „Firma“:
„Das hätten sich die Schüler der Ganztagshauptschule in Aldenhoven sicher nicht träumen lassen, dass sie mit ihrem kleinen Modellbauunternehmen so erfolgreich werden... “
So wurde der Fernsehbeitrag über unsere Schülerfirma „Dioramenbau“ von der Moderatorin angekündigt, eine noch junge „Firma“, die erst im Mai 2006 gegründet wurde.
Bis zu dieser Firmengründung war es ein langer Weg, der vor fast 25 Jahren begann.
Entstehungsgeschichte oder der Blick zurück
Seit 1983 existiert an der GTHS Aldenhoven eine Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft. Initiator dieser AG war der Verfasser dieses Berichtes, selbst ein begeisterter Modellbauer und Modelleisenbahner.
Diese Arbeitsgemeinschaft wurde damals neben anderen Aktivitäten im Rahmen des „Erweiterten Bildungsangebotes“ (EBA) an der Gemeinschaftshauptschule Aldenhoven eingerichtet.
Das EBA in der eigentlichen Form existiert schon lange nicht mehr. Die Arbeitsgemeinschaften bestehen aber weiterhin. Sie sind fester Bestandteil der Nachmittagsbetreuung unserer Schule. Dieses Betreuungsangebot - mittlerweile auch ein fester Bestandteil unseres neuen Ganztagskonzeptes - wird u. a. finanziell durch die Gemeinde Aldenhoven unterstützt.
Im Einzelnen handelt es sich dabei um Arbeitsgemeinschaften, hauptsächlich aus dem Hobby- sowie aus dem Sport-Bereich. Ziel dieser Arbeitsgemeinschaften war und ist es, Kindern und Jugendlichen nachmittags ein attraktives Freizeitangebot zu bieten.
Unsere Modellbahn AG war und ist nicht nur attraktiv (die große Nachfrage und die langen Wartelisten belegen dies) sondern auch auf vielfältiger Weise sehr erfolgreich. Schon seit Jahren nimmt die Arbeitsgemeinschaft an verschiedenen nationalen und internationalen Wettbewerben teil und errang auch mehrere Preise:
So gewann sie z. B. einen der ersten Preise im Rahmen eines Wettbewerbs der damaligen Deutschen Bundesbahn anlässlich des 150-jährigen Bestehens der deutschen Eisenbahnen.
1987 erreichte die Schüler-AG einen 2. Platz auf regionaler Ebene. Sie trat damals schon gegen erfahrene Modellbauer an.
Die wohl größte Anerkennung erhielt aber diese Schülerarbeitsgemeinschaft anlässlich der Modellbahn 98 in Köln. Sie konnte dort im Rahmen der Initiative „Modellbahn und Schule“ einen 30qm (!!) großen Stand nach eigenen Vorstellungen gestalten und ihr Können vor einem internationalen Messepublikum präsentieren. Vor den Augen staunender Messebesucher erstellten eine Schülerin und mehrere Schüler in Anlehnung an die Zuckerfabriken in Jülich und Ameln das Diorama „Zuckerfabrik“, über das eine große Fachzeitschrift (Eisenbahnkurier) ausführlich berichtete.
Inzwischen ist diese Modellbahn-AG mit ihren Standaktivitäten regelmäßig ein gern gesehener Gast auf diversen Modellbahn-Ausstellungen. Hier sind nur einige aufgeführt:
Im Jahr 2000 war die AG mit einigen Exponaten zu Gast bei der Selfkantbahn.
2001 nahm sie an der Ausstellung anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Jülicher Eisenbahnclubs teil.
2001 war die Arbeitsgemeinschaft mit drei Modulen auf der internationalen Modellbahn-Messe in München vertreten. Dort wurden diese drei Module der GTHS Aldenhoven mit einem hervorragenden 10. Platz (unter 252 Mitbewerbern) ausgezeichnet.
2003 und 2005 nahm sie an den Euregio-Ausstellungen des MEC Aachen in Aachen mit mehreren Dioramen und Modulen sowie mit Workshops teil.
2004 wurden drei Dioramen der Hauptschule Aldenhoven auf der Intermodellbau in Dortmund mit einem Sonderpreis für Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet.
Inzwischen wurden die Dioramen unserer Modellbau-Arbeitsgemeinschaft im „Erwachsenen-Wettbewerb“ 2006 und 2007 auf der Intermodellbau mit vierten und fünften Plätzen ausgezeichnet.
2006 fand in den Räumen des Verbandswasserwerkes Aldenhoven eine überregionale Ausstellung unserer Schule zum Thema „Kunst macht Schule – Schule macht Kunst und Modellbau“ statt, an der auch die Modellbahn-AG mit vielen Exponaten teilnahm, u. a. mit dem Modell der ehemaligen Zeche „Emil Mayrisch“ aus Aldenhoven-Siersdorf.
Besondere Ereignisse beschleunigen die Firmengründung
Kehren wir nun zum eigentlich Grund dieses Rückblickes zurück. Im Jahr 2005 überschlugen sich die Ereignisse. Sie waren – und das war damals noch nicht absehbar – der zündende Funke zur Idee, eine Schülerfirma zu gründen.
Anlässlich unserer Präsentation auf der Modellbahnausstellung Mitte Juni 2005 in Aachen besuchten uns u. a. die Firmeninhaber des Modellbahn-Centers Hünerbein. Sie waren von den Leistungen – wie auch andere Ausstellungsbesucher – der Schülerinnen und Schüler so sehr beeindruckt, dass sie uns ein größeres Kooperationsangebot machten. Im Einzelnen sollte die Zusammenarbeit wie folgt aussehen:
Exponate der Modellbahn-AG werden im Schaufenster des Fachgeschäftes mehrere Monate lang präsentiert.
Im Oktober 2005 findet mit dem „Messeteam“ der GTHS Aldenhoven im Modellbahn-Center Hünerbein ein Workshop für Kinder und Erwachsene statt. (Die Schülerinnen und Schüler erhalten ein kleines Honorar.).
Kontakte zu diversen Modellbau- und Modellbahn-Herstellern werden hergestellt.
Parallel dazu trat etwas völlig Unerwartetes - und für alle Beteiligten geradezu Sensationelles - ein:
Unsere Modellbahn-AG hatte sich mittlerweile durch sehr viele Veröffentlichungen und Presseberichte (u. a. im Rahmen der diversen Preisverleihungen) bundesweit einen Namen gemacht. So war es im Nachhinein nicht verwunderlich, dass wir vor den Sommerferien 2005 vom Landeskoordinator „Modellbau und Schule“ im Auftrag des Schulministeriums bezüglich einer Teilnahme am bundesweiten SINUS-Transfer (SINUS = Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts) Projekt angesprochen wurden.
Seit 2005 sind wir nun – und darauf sind wir besonders stolz - eine der bundesweiten 9 Modellbau/Modellbahn-Schulen des Schulministeriums NRW. Unser Auftrag ist es u. a., diverse Projekte zu erarbeiten und auszuprobieren, bei denen exemplarisch aufgezeigt wird, wie sich die Modelleisenbahn in den Unterricht von Schulen und in den Ganztagsbereich integrieren lässt. (Anm.: Seit 2002 sind wir außerdem eine der wenigen Hauptschulen in Deutschland, die bereits am bundesweiten SINUS-Transfer-Projekt im Bereich Naturwissenschaften teilnehmen. Unser Kooperationspartner ist das FZ Jülich [JULAB].)
Modellbahn und Schule aus einer neuen Blickrichtung
Beschäftigt man sich mit dem Thema „Modelleisenbahn“ und Schule etwas intensiver, so wird man feststellen, dass die Modellbahn die Schülerinnen und Schüler mit vielen unterschiedlichen Gebieten zusammenbringen kann. Im Einzelnen werden z. B. folgende Bereiche angesprochen, die diversen Unterrichtsfächern zuzuordnen sind:
- Planung und Konstruieren (Mathematik, Technik)
- Computertechnik bei der Planung und Steuerung (Technik, Physik);
- Elektrizitätslehre, Elektrotechnik und Elektronik beim Aufbau, bei der Schaltung etc.(Physik);
- Feinmechanik beim Selbstbau von Gebäuden und Fahrzeugen (Technik);
- Holzbearbeitung und Fügetechniken beim Bau des Unterbaues etc. (Technik, Chemie);
- Klebetechniken (Chemie);
- Einsatz von Farben, Patinieren etc. (Kunst, Chemie);
- Eigenschaften von Kunststoffen (Chemie Physik);
- Landschaftsbau – ein Abbild der Natur (Biologie, Erdkunde, Physik (z. B. Elektrostatik));
- Epochen – Zeitgeschichte, Baustile etc. (Geschichte);
- Stoffkreisläufe – Aufbereitung von Rohstoffen etc. (Verfahrenstechnik, Chemie).
Wie diese Stoffgebiete miteinander vernetzt sind, zeigen die entsprechenden Mind-Maps auf unserer Homepage auf dem Bildungsserver
http://www.learn-line.nrw.de/angebote/sinus/projektnw/modellbau/Aldenhoven/index.html
Bei der unterrichtlichen Umsetzung zeigte sich, dass mit Hilfe des Modellbahnbaues die Schülerinnen und Schüler diverse Schlüsselqualifikationen erwerben können, die für das spätere Berufsleben von größter Bedeutung sind. Um welche Qualifikationen es sich handelt, zeigt folgende Übersicht.
Der Entschluss: Wir gründen eine Schülerfirma!
Modellbahn, Schule und Beruf!? Eine interessante Kombination. Mit Hilfe der Modellbahn „spielend“ auf den Beruf vorbereiten?! Eine reizvolle Perspektive, zumal wir von der Firma Hünerbein einen weiteren Auftrag erhielten:
Es sollten von unserer Modellbahn-AG verschiedene Landschaftsdioramen als Schaufensterdekorationen mit bestimmten Produkten (hier mit „Natur pur“-Produkten von der Firma „Busch“) hergestellt werden. Parallel erhielten wir Kooperationsangebote der Fimen Noch und Heki, Bastelsets etc. für die Mittags- und Nachmittagsbetreuung von Ganztagsschulen zu entwickeln. Das Geschäft boomt!! Aber wie vermarkten wir uns?
So kamen wir auf die Idee, auf Basis der Arbeitsgemeinschaft eine Schülerfirma zu gründen (s. folgende Abbildung).
Eine Schülerfirma!? Was ist das eigentlich?
Es handelt sich dabei um Schulprojekte, in denen Schülerinnen und Schüler u. a. Produkte herstellen und vermarkten oder Dienstleistungen anbieten. Dabei ist jedoch stets zu beachten, dass es sich dabei nicht um reale Firmen handelt. Vielmehr handelt es sich bei Schülerfirmen um verschiedene pädagogische Projekte, die sich zwar an wirklichen Unternehmensformen orientieren, jedoch nur geringen Umsatz und Gewinn machen. In erster Linie sind Kreativität beim Entwickeln einer Geschäftsidee gefragt - Schülerfirmen sollen nämlich in erster Linie Spaß machen und das Interesse für die Berufs- und Arbeitswelt „spielerisch“ entwickeln .
Eine Firma benötigt aber neben der Geschäftsidee zur Vermarktung auch ein Logo.
Unsere Modellbahn-AG besaß bereits ein Logo mit einer alten „Bimmelbahn“, das – im wahrsten Sinne des Wortes - in die Jahre gekommen war. Im Zeitalter der Höchstgeschwindigkeitszüge gehören moderne Eisenbahnen auf ein Logo; außerdem der Firmenname sowie das Wappen und die Farben Aldenhovens, unser Schulname und natürlich das SINUS-Transfer Logo, das wir voller Stolz schon seit 2002 im Briefkopf unserer Schule führen dürfen. Aus mehreren Entwürfen, die die Schülerinnen und Schüler mit entsprechender Hilfe am Computer nach und nach entwickelt hatten, wurde das folgende Logo ausgewählt.
Dann strukturierten wir unsere Schülerfirma entsprechend. So gibt es z. B.
eine „Geschäftsführung“ mit Firmensprecherin,
eine Planungsabteilung,
Abteilungen für Holzbearbeitungen, Elektrik – Elektronik, Kunst und Design,
Abteilungen für Modellbau und Landschaftsgestaltung,
eine Werbeabteilung.

An dieser Schülerfirma arbeiten also nicht nur reine „Modelleisenbahner(innen)“ mit, sondern z. B. auch „Tischler“, „Elektriker“, „Computerfachleute“ und „Künstler(innen), die von Fachleuten entsprechend angeleitet werden. So kooperieren wir ab Herbst 2007 mit einer Firma für digitale Steuerungen. Außerdem gibt es eine „Messecrew“ sowie eine „Workshopcrew“ mit dazugehörigem Outfit.
Ein Jahr zuvor haben wir unsere Schülerfirma gegründet und seitdem bekommen wir einen Auftrag nach dem anderen:
Schaufensterdekorationen als Werbeträger für diverse Modellbahn-/Modellbau-Produkte;
Funktionsdioramen für das FZ Jülich (JULAB);
Aufbereitung von Dioramen für Heimatmuseen;
Durchführung eines Workshops im Rahmen der Modellbautage im Oktober 2007 in Aachen;
Entwicklung von Modellbau-Sets für diverse Modellbauunternehmen (Faller, Heki, Noch und Busch) mit entsprechenden Arbeitsblättern;
Herstellung einer Schaufenster-Modellbahnanlage „Winterlandschaft“ für das Weihnachtsgeschäft der Firma Hünerbein;
Neues Kooperationsangebot der Firma Faller (Bau einer Kirmesanlage als Schaufensterdekoration (Fertigstellung Sommer 2008).

Perspektiven für die nächsten Jahre
Im November 2008 werden wir im Auftrag und in Kooperation mit der Firma Noch auf der internationalen Modellbauausstellung in Köln an allen Tagen einen Workshop für Erwachsene und Kinder durchführen. Diese Messepräsentation inklusive Eigenwerbung muss intensiv vorbereitet werden.
Den ersten Firmenkatalog hat unsere Werbeabteilung bereits fertiggestellt und unseren „Stammkunden“ sowie potentiellen Kunden auf der Spielwarenmesse 2007 in Nürnberg überreicht (Anm.: Inzwischen haben wir Anfragen von weiteren Firmen aus der Modellbahnbranche erhalten.). Außerdem muss demnächst unser neues Schulmuseum im Ludwig-Gall Haus mit diversen Modellbahn Exponaten u.a. mit der zweiten Ausbaustufe des Modells der Zeche „Emil Mayrisch“ ausgestattet werden.
Unsere Modellbahn-Arbeitsgemeinschaft wird aber trotz allen „Firmenstresses“ weiterhin aktiv bleiben. Eines soll nämlich nicht übersehen und vor allem nicht vergessen werden: Die Modelleisenbahn ist und bleibt auch im Computerzeitalter noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, der man viele, besonders auch für Jugendliche interessante Seiten (Planen, Konstruieren, Bauen, Gestalten, Schalten, Funktionieren ...) abgewinnen kann. Hinzu kommt, dass die Modelleisenbahn und der Modelleisenbahnbau geradezu ideale Objekte sind, um die Teamfähigkeit auch im Freizeitbereich zu schulen und zu trainieren.

|
|
Säule 9: Öffnung von Schule
|
|
Kurzfassung:
Auszeichnungen und Ehrungen
BRD-Initiative-Hauptschule: „Hauptschulpreis 2007“ (9. Platz in NRW)
Unfallkasse NRW: Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“ 2008 und 2009
AOK: Förderpreis „Starke Kids“ 2009 (3. Platz)
SPD Aldenhoven: „Franz-Vit-Preis für überdurchschnittliches Engagement“ 2009
Förderer Unternehmer NRW: „MINT-Hauptschule in NRW“ 2010
Projektunterricht
AGs in Kooperation mit Vereinen
Talentförderung „ Ringen“ mit dem TUS Aldenhoven
Tanzsport mit der KG Turmschwalben und dem Tanzsportclub „Aldenhoven“
Kooperation mit der OT – Siersdorf
Kulturelle Veranstaltungen
Durchführung der Schulkinowochen NRW seit 2008
Aufbau, Einrichten und Führen eines eigenen Schulmuseums
Kunstausstellungen (im Rathaus, in der KSK Düren, im Friseursalon Schuhmacher, im Wasserwerk etc.)
Kooperation mit Künstler(inne)n im Rahmen des „Indeland-Projektes“, Gestaltung eines Kunstfeldes im Römerpark
Auftritte im Kinderkarneval
Mitwirkung bei den Modellbahnmessen in Köln und München („Modellbahn und Schule“), bei den Euregio-Veranstaltungen des MEC Aachen, Modellbahnausstellungen des MEC Jülich ...
Workshops bei der Firma Hünerbein in Aachen
Schaufensterdekorationen für die Firma Hünerbein
Durchführung von Kinotagen in der Schule
Internetpräsentationen in Kooperation mit der Spielwarenindustrie
Teilnahme an Wettbewerben
Malwettbewerbe
Lesewettbewerbe
Modellbauwettbewerbe
Sportwettbewerbe
Net-Race
Jahrbuch
Fernsehsendungen im Rahmen der aktuellen Stunde (Lokalzeit Aachen) u. a.
|
|
Schulkino der Ganztagshauptschule Aldenhoven
Das neue Schulkino in der Aula der Ganztagshauptschule Aldenhoven wurde im Rahmen der landesweit stattfindenden Schulkinowochen NRW eröffnet. Als Premierenfilm lief am 18. Februar 2008 der mehrfach ausgezeichnete Jugendfilm "Full Metal Village".“
Technisch setzt die Schule auf einen Profi-DVD-Player und einen Spezial-Beamer, mit dem die bewegten Bilder auf eine Großbild- Leinwand projiziert werden. Da die Schule über einen speziellen Vorführraum verfügt, ist aber auch der Einsatz von 35 mm-Projektoren möglich, mit dem auch die großen Kinos arbeiten. Die professionelle Tonanlage ist technisch auf dem neuesten Stand und bietet die Möglichkeit, ein Kino mit bis zu 300 Plätzen zu beschallen.
Einerseits betreibt die GTHS Aldenhoven das Schulkino für die eigenen SchülerInnen im Rahmen des Ganztagsbetriebs (Kinotag, Themenwochen in Absprache mit den Fachlehrern) und anderseits öffnen wir uns für alle Schulen Aldenhovens im Rahmen der „Schulkinowochen NRW“.
 |
|
Säule 10: Beratung
|
|
Kurzfassung:
Beratung durch
Einzelfallberatung (Intervention)
Beratung bei
besonderen Lern- und Verhaltensauffälligkeiten
Einzelproblemen persönlicher Art
bei familiären Problemen
Beratung über Schullaufbahn und Bildungsangebote (Information)
Kooperationsvertrag mit der Agentur für Arbeit
Vorbeugende und fördernde Maßnahmen (Prävention)
Kontakte zu außerschulischen Beratungsstellen (Kooperation)
Gesundheitsamt
Drogenberatungsstelle in Düren
Jugendstraßenpolizist
Jugendwerkstatt
Schulpsychologischer Dienst
Jugendhilfe
Streetworkerin
Agentur für Arbeit (z. B. spezielle Fördermaßnahmen nach der Schule)
|
|
Aufgabenbereich des Sozialarbeiters
|
|
Säule 11: Konzeption des Gemeinsamen Unterrichts an der GTHS Aldenhoven
|
|
Die Konzeption wurde im Mai 2010 von den Lehrern für Sonderpädagogik Björn Peisen, Philipp Richardt und Heinrich Söhngen in Abstimmung mit der Schulleitung und dem Lehrerrat entwickelt. Die Schulkonferenz hat im November 2010 die Aufnahme in das Schulprogramm beschlossen.
Kurzfassung:
1 Pädagogische Leitgedanken
1.1 Inklusion
1.2 Systemischer Ansatz
2 Zielgruppe, Förderauftrag und Zielsetzung
3 Sonderpädagogische Förderung im Gemeinsamen Unterricht
3.1 Unmittelbare sonderpädagogische Förderung
3.1.1Diagnostik
3.1.1.1 Individueller Förderplan
3.1.1.2 Jährliche Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
3.1.1.3 Standardisierte und informelle Testverfahren
3.1.2 Kompetenzerweiterung in der Einzelförderung
3.1.3 Mediation
3.1.4 Inklusion im Klassenverband
3.1.5 Perspektiven beim Übergang Schule und Beruf
3.2 Beratung
3.3 Kooperation
4 Problembereiche des Gemeinsamen Unterrichts an der GTHS Aldenhoven
|
|
1 Pädagogische Leitgedanken
1.1 Inklusion
Schon seit 1995 ist die GTHS Aldenhoven im Rahmen der jeweils in NRW bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten und der zur Verfügung gestellten personellen Ressourcen bestrebt, den ein Jahr zuvor - also 1994 - während des UNESCO-Weltkongresses in Salamanca, Spanien, zum Thema „Bildung bei speziellem Förderbedarf – Zugang und Qualität“ geprägten Begriff der Inklusion im Schulalltag stetig wachsend zu verwirklichen. Inklusion wendet sich dabei gegen jegliche Separation bzw. Exklusivität und grenzt sich darüber hinaus ab vom Integrationsbegriff, wenn Integration als einseitige Beziehungsgestik verstanden wird, die einer wohlwollenden Mitgliedsaufnahme in eine exklusive Gruppe entspricht. Inklusion lehnt jegliche Hierarchie bezogenen Denkweisen ab und fordert den absoluten Einbezug aller in die Gesellschaft - und damit auch in Schule - als gleichberechtigte und gleichwertige Teilnehmer und Teilgeber des Ganzen. Das Besondere, das Fremde und manchmal auch das Störende werden als Ausdruck von menschlicher Vielfalt begriffen, akzeptiert und als im persönlichen Kontext des Einzelnen funktional interpretiert. Dies gilt für Auffälligkeiten in der sprachlichen Qualifikation, aber auch uneingeschränkt für sozial und emotional bedürftige, sogenannte erziehungsschwierige Kinder und Jugendliche, deren spektakuläre Imponiergesten verbunden mit Gleichgültigkeit, Aggression und Unangepasstheit zu einem hohen Konflikt- und Gefährdungspotenzial führen, dem jedoch mit einer defizitär elitären Sichtweise und mit sozialer Kälte nicht sinnvoll begegnet werden kann.
1.2 Systemischer Ansatz
Das Kind bzw. der Jugendliche ist vielmehr in seinen systemischen Zusammenhängen zu sehen – Familie, soziales Umfeld, Schule und Gesellschaft. Jedes System hat Regeln, die der Erhaltung des Systems dienen. Innerhalb des Systems entwickelt jeder Verhaltensweisen, die zu seinem Überleben optimal sind. Da das System Familie das erste und prägendste System ist, wird (Verhaltens-) Auffälligkeit hier zunächst verstanden als Ausdruck einer familiären Beziehungsstörung, die erkannt, benannt und bearbeitet werden muss – zumindest dann, wenn erlerntes und dort erfolgreiches Verhalten in anderen Systemen - wie zum Beispiel im System Schule - auf Widerstand und Ablehnung stößt. Das Kind bzw. der Jugendliche wird also in seiner subjektiven Mangellage gesehen, seine Handlungsstrategien als bisher einzig erlerntes Verhalten erkannt, das bisher sinnvoll, weil erfolgreich war – es sicherte sein Überleben. Auch wenn solche Strategien von einem anderen System – wie der Schule - als nicht angemessen oder sogar als untragbar bewertet werden, kann diesen Kindern und Jugendlichen keine Böswilligkeit vorgeworfen werden. Andere Strategien wurden schlichtweg bisher nicht entwickelt. Ausgangspunkt für die notwendige Erweiterung seiner Handlungsstrategien innerhalb der sonderpädagogischen Förderung ist dabei immer all das, was da ist und nicht das, was alles fehlt. Der daraus resultierende konsequente Ansatz an den Stärken des Kindes bzw. Jugendlichen gerade auch in Krisensituationen führt letztendlich durch das Verbalisieren und Erkennen auch zu einer Umdeutung von Verhaltensauffälligkeit.
Eine allgemeine Schule mit Gemeinsamen Unterricht (GU) wie die GTHS Aldenhoven ist so verstanden der Förderort für Kinder und Jugendliche mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf, der Inklusion basierend auf einer systemischen Sichtweise zur Zeit am ehesten im Schulalltag zu verwirklichen vermag. Denn sowohl Förderschulen, aber auch die derzeit bestehenden Integrativen Lerngruppen, als die beiden weiteren möglichen sonderpädagogischen Förderorte, haben einen separierenden Ansatz.
2 Zielgruppe, Förderauftrag und Zielsetzung
Derzeit werden an der GTHS Aldenhoven 29 von 276 Schülerinnen und Schülern (10,5%) im Rahmen des Gemeinsamen Unterrichts bei größtmöglicher Inklusion von 3 Lehrern für Sonderpädagogik zielgleich sonderpädagogisch gefördert (2,5 Stellen). Mögliche Förderschwerpunkte, die beide zu den sonderpädagogisch relevanten Lern- und Entwicklungsstörungen zählen, sind entweder die Emotionale und soziale Entwicklung (ES) und/oder die Sprachliche Qualifikation (SQ). Diese Förderschwerpunkte sind im § 5 AO-SF wie folgt definiert:
Erziehungsschwierigkeit liegt vor, wenn sich eine Schülerin oder ein Schüler der Erziehung so nachhaltig verschließt oder widersetzt, dass sie oder er im Unterricht nicht oder nicht hinreichend gefördert werden kann und die eigene Entwicklung oder die der Mitschülerinnen und Mitschüler erheblich gestört oder gefährdet ist.
Sprachbehinderung liegt vor, wenn der Gebrauch der Sprache nachhaltig gestört und mit erheblichen subjektiven Störungsbewusstsein sowie Beeinträchtigung in der Kommunikation verbunden ist, so dass sie durch schulbegleitende oder zeitlich begrenzte stationäre Maßnahmen nicht behebbar ist.
Gleichzeitig wird dabei berücksichtigt, dass sich die genannten Förderschwerpunkte oftmals gegenseitig verstärken und bedingen bzw. eng aneinander gekoppelt sind.
Die sonderpädagogische Förderung umfasst die Erziehung zu elementaren Formen des Lern-, Arbeits- und Sozialverhaltens, Aufbau und Stärkung des Selbstvertrauens und Hilfen in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik sowie sprachliche Kommunikation. Für Schülerinnen und Schüler mit den genannten Förderschwerpunkten (ES/SQ) gelten die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen einschließlich der Unterrichtsfächer und der Stundentafeln der allgemeinen Schule (vgl. §19 (1) AO-SF).
Der Aufgabenbereich der im System arbeitenden Lehrer für Sonderpädagogik ist damit also klar umrissen: Die sonderpädagogische Förderung der ihm zugewiesenen Förderschülerinnen und Förderschüler mit dem Ziel, die erfolgreiche, zielgleiche und abschlussorientierte Teilhabe am Regelschulsystem trotz Förderbedarf bzw. subjektiver Mangellage bei möglichst geringer Separation zu ermöglichen und damit Inklusion zu verwirklichen. Die sonderpädagogische Förderung zielt letzten Endes darauf ab, dass der sonderpädagogische Förderbedarf möglichst aufgehoben werden kann.
3 Sonderpädagogische Förderung im Gemeinsamen Unterricht
Entsprechend des systemischen Ansatzes verlangt eine erfolgreiche sonderpädagogische Förderung im Gemeinsamen Unterricht vom zuständigen Lehrer für Sonderpädagogik neben der unmittelbaren sonderpädagogischen Förderung des Kindes bzw. Jugendlichen auch eine hohe Beratungskompetenz sowie die Kooperation mit allen am Erziehungsprozess beteiligten Helfer-Systemen.
3.1 Unmittelbare sonderpädagogische Förderung
3.1.1 Diagnostik
3.1.1.1 Individueller Förderplan
Grundlage der Arbeit sind zunächst das pädagogische Gutachten und das medizinische Gutachten (vgl. § 12 Abs. 1 und 3 AO-SF), die im Rahmen des Verfahrens zur Ermittlung des sonderpädagogischen Förderbedarfs erstellt wurden. Nach einer ausreichenden Diagnosezeit entwickelt der Lehrer für Sonderpädagogik nach Absprache mit dem zuständigen Klassenlehrer gemäß § 19 Abs. 6 AO-SF einen Individuellen Förderplan, der die Ist-Lage der Förderschülerin/des Förderschülers systemübergreifend definiert und die Ziele und Maßnahmen der sonderpädagogischen Förderung festlegt, die dem im Rahmen des AO-SF-Verfahrens festgestellten Förderschwerpunkt entwicklungsorientiert Rechnung trägt. Dieser Förderplan wird regelmäßig evaluiert und fortgeschrieben.
3.1.1.2 Jährliche Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
Zu einem von der unteren Schulaufsicht festgelegten Termin werden der sonderpädagogische Förderbedarf, der Förderschwerpunkt und der Förderort gemäß § 15 Abs. 1 AO-SF jährlich überprüft und der Schulaufsicht zur Entscheidung vorgelegt. Der dann folgende Bescheid gilt in der Regel für das dem Antrag folgende Schuljahr.
3.1.1.3 Standardisierte und informelle Testverfahren
Sämtliche verfügbaren standardisierten und informellen Testverfahren ergänzen bei Bedarf die kontinuierliche Prozessdiagnostik und sind in der Folge Basis für Förderung und Beratung gleichermaßen.
3.1.2 Kompetenzerweiterung in der Einzelförderung
Da Erziehung meistens Beziehung ist (vgl. 1.2), wird dem Aufbau einer vertrauensvollen, aber auch belastbaren Beziehung zwischen Förderschülerin bzw. Förderschüler und Lehrer für Sonderpädagogik ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt. Um dies zu erreichen, ist ein entsprechendes geschütztes Setting unabdingbar. Wir haben uns daher entschieden, in der Regel eine Wochenstunde in die Intensivförderung im Rahmen einer Einzelbetreuung zu investieren. Hier kann sich die/der Einzelne kontinuierlich ohne die Angst vor Gesichtsverlust oder anderen negativen Folgen in erziehungstherapeutischen Gesprächen öffnen, sich in Rollenspielen oder Entspannungsphasen selbst neu erleben und erproben, alternative Handlungsstrategien entwickeln, in Aggressionstrainings an persönliche Grenzen gehen, Konfrontationen und Spiegelungen eigenen Verhaltens zulassen, eigenes Verhalten reflektieren, Ordnungsstrategien, Normen und Werte hinsichtlich Nähe und Distanz sowie Absprachen und Verträge erarbeiten, die systemübergreifend in die Gesellschaft und damit auch in das System Familie hineinwirken.
Für die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Sprachliche Qualifikation kommen zusätzlich Konzepte der Sprachheilpädagogik zum Tragen, die geeignet sind, rezeptiven und expressiven Wortschatz, Satzbauvariation, Sprachverhalten, Textverständnis, auditive Merkfähigkeit und Sprechfreude stetig zu erweitern, um eine altersgemäße Kommunikationskompetenz zu erlangen.
3.1.3 Mediation
In massiven Konfliktsituationen – nicht nur zwischen Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf - kommt das Verfahren der Mediation zum Einsatz. Hier wird dem destruktiven Streiten kein Raum gegeben, sondern die Chance zum Wachstum in Konflikten betont und erlebt. Durch eine gleichbleibende und klare Strukturierung wird die Kommunikation zunächst über den Lehrer für Sonderpädagogik in der Rolle des Mediators gesichert, um immer mehr zu einer gemeinsamen Kommunikation zu gelangen, in der schließlich Seite an Seite nach Lösungen gesucht wird. Ziel ist ein sich Begegnen mit Respekt und Achtung ohne fremde Hilfe und nicht die Sanktionierung von vermeidlichen „Tätern“. Getroffene Vereinbarungen werden schriftlich fixiert, unterschrieben und in wachsenden Abständen überprüft. Erfahrungen zeigen, dass vielfach die erlebte Win-Win-Situation bei dieser Art von Konfliktlösung großen Bestand hat und somit auch in andere Krisensituationen – auch von der Förderschülerin bzw. von dem Förderschüler - transferiert wird.
3.1.4 Inklusion im Klassenverband
Um Separation und Etikettierung weitgehend zu vermeiden, verbleibt die Förderschülerin bzw. der Förderschüler weitestgehend im Klassenverband und wird dort von Fachlehrer und Lehrer für Sonderpädagogik fachlich und sonderpädagogisch hinsichtlich seines Förderbedarfs gefördert und fortlaufend diagnostiziert. Zur Anwendung kommen in der Regel folgende Kooperationsformen der Teamarbeit, von der schließlich auch jeder Einzelne im gesamten Klassenverband profitiert:
- One teach – one observe (der Fachlehrer übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, der Lehrer für Sonderpädagogik befindet sich in der Rolle des teilnehmenden Beobachters)
- One teach – one drift (der Fachlehrer übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, der Lehrer für Sonderpädagogik unterstützt fachlich und bei der Regulation von Verhalten)
- Teamteaching (gemeinsame oder abwechselnde Führung des Unterrichts von Fachlehrer und Lehrer für Sonderpädagogik, kommt insbesondere auch bei Unterrichtsgängen und Klassenfahrten zum Tragen)
3.1.5 Perspektiven beim Übergang Schule und Beruf
Für Förderschülerinnen und Förderschüler im 9. und 10. Schulbesuchsjahr beinhaltet die sonderpädagogische Förderung zu einem großen Teil auch eine intensive Vorbereitung des Übergangs Schule und Beruf und damit die Inklusion in die Gesellschaft. Hierzu zählen die Schülerbetriebspraktika in den Jahrgangsstufen 8 und 9 und das Langzeitpraktikum im Sinne des Werkstatttags in der Jahrgangsstufe 10, die vom Lehrer für Sonderpädagogik über das im Klassenverband übliche Maß vorbereitet, begleitet und evaluiert werden. Im weiteren Verlauf werden Termine mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur gemeinsam mit der Förderschülerin bzw. dem Förderschüler und vielfach auch mit den Erziehungsberechtigten wahrgenommen um zu einer realistischen Beurteilung von Möglichkeiten und Grenzen in der Berufswahl bzw. in der Berufsvorbereitung zu gelangen und entsprechende Schritte einzuleiten.
3.2 Beratung
Neben der unmittelbaren sonderpädagogischen Arbeit bildet der Bereich der Beratung einen weiteren Kernpunkt der Arbeit des Lehrers für Sonderpädagogik im Gemeinsamen Unterricht mit Rückkopplungseffekt für die Förderschülerin / den Förderschüler:
Elternberatung Einer systemischen Elternberatung liegt wie in der unmittelbaren sonderpädagogischen Förderung immer ein ressourcen- und lösungsorientierter Ansatz zugrunde und nicht eine Sichtweise, die Schuldzuweisungen vornimmt oder Defizite betont. In den Fokus geraten nicht Ursachen, sondern vielmehr subjektive Wirklichkeitskonstruktionen, die Ausdruck sind von verschieden Faktoren aus allen Systemen, die sich gegenseitig stärken und beeinflussen. Für die Bestimmung der realen Lebensbedingungen relevant ist also die Frage, wie ein System funktioniert, welche Muster und Regeln vorherrschen um schließlich die Eltern in ihrer Erziehungsfähigkeit zu stärken und destruktive Interaktionsmuster aufzulösen. Wichtige Methoden sind hier das zirkuläre Fragen und das Umdeuten von Verhaltensauffälligkeit.
Beratung von Klassen- und Fachlehrern Die Beratung von Klassen- und Fachlehrern basiert ebenfalls auf dem systemtheoretischen Ansatz und zielt darauf ab, Impulse zu geben hinsichtlich Unterrichtsplanung, Unterrichtsgestaltung, Unterrichtsstrukturierung und Evaluation, die letztendlich aus einem Erleben des Defizits und der Ohnmacht herausführt und hinsichtlich der „schwierigen“ Schülerinnen und Schüler eine veränderte Sichtweise bewirkt. Zum Tätigkeitsfeld gehört auch eine Fallberatung vor Beantragung des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs und Unterstützung bei der eventuell folgenden Antragsbegründung gemäß § 11 AO-SF.
Einzelfallhilfe Immer wieder können sich einzelne Schülerinnen und Schüler in besonderen Problemlagen an den Lehrer für Sonderpädagogik wenden, denen im Rahmen einer kurzzeitigen Einzelfallhilfe in einem erziehungstherapeutischen Gespräch Entlastung gewährt, aktuelle Gefährdungssituationen abgewendet und Perspektiven aufgezeigt werden. Als hilfreich erweist sich hier oft die Vermittlung zu externen Kooperationspartnern und eine Fallberatung mit dem zuständigen Klassenlehrer (vgl. 3.3).
Kollegiale Fallberatung innerhalb des GU-Teams In regelmäßigen Abständen werden einzelne Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf im Rahmen von GU-Teamsitzungen mit der Methode der kollegialen Fallberatung intensiv besprochen. Das Handlungsrepertoire des einzelnen Lehrers für Sonderpädagogik wird so beträchtlich erweitert und wirkt zudem gerade in Krisensituationen einer isolierten Arbeit entgegen.
Informationsaustausch mit der Schulleitung Mit der Schulleitung werden vielfach rechtliche Grundlagen des Gemeinsamen Unterrichts besprochen und abgestimmt, Einschätzungen bezüglich Neuaufnahmen ausgetauscht und aktuelle Entwicklungen der einzelnen Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aufgezeigt.
3.3 Kooperation
Im Sinne des Qualitätsmanagements unterscheiden wir hinsichtlich des dritten Aufgabenbereichs des Lehrers für Sonderpädagogik zwischen seinen internen und externen Kooperationspartnern:
Interne Kooperationspartner
Schulleitung
Klassenlehrer
Fachlehrer
Schulsozialarbeiter
Förderlehrer
Schulsekretärin
Hausmeister
Von besonderer Relevanz ist die enge Kooperation mit dem zuständigen Klassenlehrer, der den zuständigen Lehrer für Sonderpädagogik an allen pädagogisch relevanten Entscheidungen (Zensuren, Versetzung, Klassenkonferenz etc.) beteiligt und mit ihm in einem kontinuierlichen Austausch bezüglich der aktuellen Entwicklung des Förderschülers steht.
Externe Kooperationspartner
4 Problembereiche des Gemeinsamen Unterrichts an der GTHS Aldenhoven
Klärungsbedarf besteht an dieser Stelle hinsichtlich der Frage, in wieweit die effektive Arbeit im Gemeinsamen Unterricht durch einen eigenen Etat für sonderpädagogisches Fördermaterial und standardisierte Testverfahren gesichert werden kann. Aus unserer Sicht kann ein solcher Etat nicht langfristig über den allgemeinen Schuletat einer Hauptschule zur Verfügung gestellt werden, wenn Inklusion ernsthaft in allgemeinen Schulen verwirklicht werden soll.
Folgende Problembereiche, die sich aus dem Gemeinsamen Unterricht in der Vergangenheit außerdem ergaben, sind mittlerweile besprochen und gelöst:
Vertretungs- und Fachunterricht Da Vertretungsunterricht nicht zum Aufgabenbereich des Lehrers für Sonderpädagogik gehört, wird dieser nur in Ausnahmefällen bei extremen personellen Engpässen von der Schulleitung angeordnet und auch dann nur in den Klassen, in denen sich GU-Schülerinnen und GU- Schüler befinden.
Teamsitzungen Da im Gemeinsamen Unterricht Menschen mit unterschiedlichen Ausbildungen, Qualifikationen und Erfahrungen aufeinander treffen, bedeutet die Zusammenarbeit besonders hinsichtlich einer effektiven, transparenten und professionellen Kooperation eine hohe Anforderung bezüglich Toleranz, Akzeptanz, Empathie und Selbstkritik aller am Erziehungsprozess beteiligter Professionen.
Raum für die sonderpädagogische Arbeit Es hat sich als für die sonderpädagogische Förderung, Beratung und Kooperation unabdingbar erwiesen, dass dem Team der Lehrer für Sonderpädagogik ein fester Raum zur Verfügung steht, der über eine angemessene sächliche Ausstattung verfügt (PC mit Internetanschluss, CD-Player, Tafel, Aktenschrank etc.).

|
|