1. Die Situation der GHS Aldenhoven – von der GHS zur GTHS
Als unsere Hauptschule 1968 feierlich eröffnet wurde, war das
für die Bergbaugemeinde Aldenhoven
ein wichtiges und bemerkenswertes Ereignis. Fast 500 Schüler und Schülerinnen
besuchten von nun an diese neue Schulform und wurden von 35 Lehrerinnen und
Lehrern in modern eingerichteten Fach- und Klassenräumen unterrichtet. Man ging
damals davon aus, dass die Hauptschule auch "Haupt"-Schule in Aldenhoven bleiben
würde.
Die Zeiten haben sich gewaltig geändert. Viele Eltern schickten und schicken ihre Kinder auf die Gesamtschule, die Realschule und das Gymnasium, obwohl gerade die Hauptschule Aldenhoven immer bemüht war, neben Erziehung und Wissensvermittlung Neuerungen gegenüber aufgeschlossen und pädagogisch innovativ zu sein.
Heute verfügt die Schule über 22 Lehrerinnen und Lehrer
(inkl. GU- und MSU-Lehrkräfte), die ca. 270 Schülerinnen und Schüler
unterrichten. Das Einzugsgebiet unserer Schule ist die Großgemeinde Aldenhoven.
Wir haben einen relativ hohen Anteil an türkischen Schülerinnen und Schülern,
die aber zum großen Teil in Deutschland geboren sind. Aldenhoven galt und gilt
als anerkannter sozialer Brennpunkt. Deshalb wurde vor 5 Jahren von der Gemeinde
ein Schulsozialarbeiter eingestellt.
Schon sehr früh fand im Rahmen der Berufsorientierung eine
enge Kooperation mit der Zeche (in Aldenhoven-Siersdorf) statt. Sie war der
damalige Hauptarbeitgeber der Gemeinde und stellte sehr viele Ausbildungsplätze
zur Verfügung. Bis zur Schließung der Zeche im Jahre 1992 änderte sich kaum
etwas.
In den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begannen wir eine enge Kooperation mit der Berufsschule in Jülich. Standortbezogene schulformübergreifende Curricula wurden gemeinsam entwickelt. Referendare des Berufskollegs führten Stütz- und Ergänzungskurse im Rahmen der offenen Ganztagsbetreuung (u. a. 13-Plus) an unserer Schule in den 9. und 10. Klassen durch.
Im August 2005 erhielt die GHS Aldenhoven den Status „Sinus ((Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts) - Transfer-Schule“ des Landes NRW. In diesem Zusammenhang entstand eine Kooperation mit dem FZ-Jülich. Unsere Schule war als eine Art „Erprobungsschule“ am Auf- und Ausbau des Schülerlabors JULAB beteiligt. Seit drei Jahren besteht ein Kooperationsvertrag mit dem JULAB mit dem Ziel, u. a. die naturwissenschaftliche Grundbildung zu stärken sowie naturwissenschaftlich interessierten Schüler(inne)n durch ergänzenden, ganztägigen Unterricht mit den Ausbildungsberufen im FZ-Jülich vertraut zu machen, sie über entsprechende Praktikumstellen zu informieren. Dort werden sie dann ein sach- und fachgebundenes Praktikum in Stufe 9 durchführen und bei entsprechender Eignung auch Ausbildungsstellen bekommen
Seit über vier Jahren findet eine enge Kooperation mit der Kreis VHS statt, die diverse Förderkurse zur Förderung der Ausbildungsfähigkeit damals im Rahmen von 13-Plus (mittlerweile Bestandteil des Programms "Weiterbildung geht zur Schule") durchführt bzw. durchführte. Im Rahmen der Berufsorientierung besteht seit mehreren Jahren eine enge Kooperation über den ViV mit der Papierindustrie.
Anfang 2006 bewarben wir uns mit unserem neuen
Ganztagskonzept und dem einstimmigen Votum aller Schulmitwirkungsgremien bei der
BZR Köln und dem Schulministerium um den Status einer Ganztagsschule. Seit
Beginn des Schuljahres 2006/2007 sind wir eine der neuen gebundenen
Ganztagshauptschulen (erweiterter Ganztag) des Landes NRW.
Unsere Aufbauphase sah bzw. sieht wie folgt aus:
Schj. 06/07 Ganztag in den Stufen 5 und 10;
2. Motto und Ziele der GTHS Aldenhoven (Ganztagshauptschule)
Bei der GTHS Aldenhoven handelt es sich um einen
gesundheitsfördernden und umweltbewussten Lernort, der eine Weiterentwicklung
von Geist, Körper und Seele bewirkt. Daher will unsere Schule
mit einem großen Input an Engagement durch motivierte Kolleginnen und
Kollegen möglichst alle Schülerinnen und Schüler mit Hilfe verschiedener
moderner Methoden durch Förderung des Leistungsvermögen sowie Forderung von
Leistungsbereitschaft ausbildungsfähig machen.
Dazu müssen wir
3. Wie können wir diese Ziele erreichen (Konsequenzen)
Um die genannten Ziele
zu erreichen, müssen folgende Grundsätze eingehalten werden:
Unsere Lebenswelt ist durch akustische und optische Reizüberflutungen, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung geprägt. Diese und andere Ursachen wirken sich u. a. nachteilig auf die physische oder psychische Entwicklung von Schülerinnen und Schülern aus. Wir sind daher als Schule gefordert, diesen negativen Tendenzen entgegen zu wirken und ihnen im Schulalltag in Kooperation mit diversen Institutionen etc. sowie den Eltern, Möglichkeiten und Hilfen zu einer gesunden Entwicklung zu bieten.
Schüler(innen) müssen zur Selbständigkeit "erzogen" werden,
indem sie z. B. selbstbewusst eigene Vorstellungen entwickeln und notwendige
Wege zur Umsetzung von Vorhaben erschließen. Dabei ist Rücksichtnahme stets
angesagt. Dies ist besonders wichtig, da in der Freizeit der Jugendlichen das
Gewaltpotential und der Vandalismus ein gewisse Rolle spielen.
Fördern und Fordern dürfen sich einander nicht ausschließen.
Daher verpflichtet sich das Kollegium der Schule das Leistungsvermögen aller
Schüler(innen) in einer anregenden Lernumgebung (sei es Klassenräume, modern
eingerichtete Fachräume und Selbstlernzentren) zu fördern. Im Gegenzug wird von
allen Schüler(inne)n Leistungsbereitschaft gefordert. In diesen Prozess sollen
die Eltern stets mit einbezogen werden. Das gestaltet sich aber sehr schwierig,
da der größte Teil unser Elternschaft aus einem bildungsfernen Milieu stammt.
Durch systematisches Einüben von unterschiedlichen
Arbeitstechniken etc. (u. a. durch Methodentraining) soll ein selbständiger
Wissenserwerb nach und nach erreicht werden. Auch soll z. B. im Rahmen von
Projekten und handlungsorientiertem, umweltbezogenem Fachunterricht mit allen
Sinnen gelernt werden. Dies ist gerade für unser Schülerklientel besonders
wichtig, wie auch der Erwerb von sozialer Kompetenz im Rahmen der
Streitschlichtung, dem Projekt "Cool im Konflikt", dem Sozialen Lernen und den
Arbeitsgemeinschaften (u. a. Team- und Kooperationsfähigkeit) im Ganztag. Alle
diese Projekte und Maßnahmen sind in unserem Ort besonders notwendig
(anerkannter sozialer Brennpunkt!), da viele Probleme aus dem Freizeitbereich in
die Schule hineingetragen werden und
diese
Probleme somit in der Schule gelöst werden müssen. In diesem Zusammenhang wurde
ein großes Netzwerk installiert (inkl. Jugendstraßenpolizist, Streetworkerin,
Kooperation mit der Jugendhilfe, Schulsozialarbeit, Kooperation mit der OT-Siersdorf
usw.).
Gerade in diesem schwierigen Umfeld sollen und müssen unsere
Schüler(innen) Schule als Lebensraum erfahren. Dazu müssen sie zusammen mit den
Lehrkräften für unterschiedliche Handlungsfelder Verantwortung übernehmen. Im
Rahmen unserer Ganztagsbetreuung und den drei Schülerfirmen erhalten
Schüler(innen) Anleitung zur sinnvollen Freizeitgestaltung.
Im Rahmen eines sehr
umfangreichen Berufsorientierungskonzeptes, das ständig evaluiert wird, müssen
wir die Schülerinnen und Schüler nach und nach auf den Übergang von der Schule
in den Beruf vorbereiten. Daher kooperieren wir mit vielen außerschulischen
Partnern. Außerdem wurde im Schuljahr 2006/2007 mit der Agentur für Arbeit ein
entsprechender Kooperationsvertrag geschlossen.
4. Profil der GTHS Aldenhoven
Unser Profil ist sehr vielschichtig.
Neben
der Förderung der Ausbildungsreife durch gezielte Fördermaßnahmen (z. B.
Sprachförderung, Berufswahlpass, „Fit for Job“, Schülerfirmen etc.) liegen
weitere Schwerpunkte
- im Bereich Medienerziehung (Umgang mit dem Computer [Computerzertifikat], Führen eines Schulkinos [u. a. Planung und Durchführung von Schulkinowochen, Eventkino]);
- im Bereich Kunst ("Schule macht Kunst und Modellbau" u. a.
Durchführung von Kunstausstellungen, Einrichtung der Sonderabteilung in unserem
neuen Schulmuseum (im Aufbau), Klassen- und Raumschmuck, Teilnahme an
Modellbauwettbewerben, Gestaltung des
Firmen-Kataloges unserer Schülerfirma "Dioramenbau"), als einzige Hauptschule
Teilnahme an der Ausgestaltung der Kunstfelder im Indeland (hier:
Römerpark) (mehrmonatiges Kunstprojekt
mit zwei externen Künstler(inne)n;
- in den Naturwissenschaften: SINUS Transfer-Schule, enge Kooperation mit dem FZ
Jülich (JULAB);
5. Die „Säulen“ des Schulprogramms der GTHS Aldenhoven
Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den nachfolgend aufgeführten, tragenden „Säulen“ unseres Schulprogrammes wider.